Schweiz bei der WM 2026: Chancen, Kader, Wett-Tipps

Schweizer Nationalmannschaft bei der WM 2026 in Nordamerika

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Neun Jahre verfolge ich die Nati durch Qualifikationen, Turniere und diese speziellen Momente, wenn ein ganzes Land den Atem anhält. Die WM 2026 in Nordamerika bringt die Schweiz in eine Gruppe, die auf dem Papier machbar aussieht – doch genau solche Konstellationen haben schon manchen Favoriten stolpern lassen. Gruppe B mit Kanada, Katar und Bosnien-Herzegowina verlangt drei konzentrierte Auftritte, keine Selbstverständlichkeiten. Und genau diese Ernsthaftigkeit zeichnet die aktuelle Generation aus.

Die Schweiz reist als Gruppensieger der UEFA-Qualifikation nach Nordamerika. Kein Gegentor in den letzten vier Quali-Spielen, eine Defensive um Manuel Akanji, die zu den stabilsten in Europa zählt. Das Fundament steht. Die Frage ist: Reicht das für mehr als das Achtelfinale? Ich glaube ja – aber der Weg dorthin verlangt Respekt vor jedem Gegner.

Souveräne Quali: Gruppensieger ohne Niederlage

Belgien, das in der Qualifikationsgruppe J als Topgesetzter antrat, musste am Ende hinter der Schweiz Platz nehmen. Das sagt mehr über den aktuellen Zustand der Nati als jede Statistik. Die Schweizer holten 22 Punkte aus zehn Spielen – sechs Siege, vier Unentschieden, null Niederlagen. Eine Bilanz, die in der Schweizer WM-Geschichte ihresgleichen sucht.

Was mich besonders beeindruckt hat: die Auswärtsstärke. In Wales gewann die Schweiz 2:1, in Kasachstan 3:0, gegen Nordmazedonien auswärts ein souveränes 2:0. Diese Resultate entstehen nicht zufällig. Trainer Murat Yakin hat ein System etabliert, das auch unter Druck funktioniert. Die Dreier- oder Fünferkette passt sich dem Gegner an, das Pressing variiert je nach Spielphase. Was von aussen wie taktische Flexibilität aussieht, ist in Wahrheit monatelanges Einschleifen von Automatismen. Die Spieler wissen blind, wohin sie laufen müssen, wenn der Gegner umstellt.

Die Torverteilung zeigt ein weiteres Qualitätsmerkmal: 18 Tore in zehn Spielen, verteilt auf neun verschiedene Torschützen. Keine Abhängigkeit von einem einzelnen Stürmer, keine Vorhersehbarkeit für den Gegner. Ruben Vargas traf dreimal, Breel Embolo und Dan Ndoye jeweils zweimal, dazu Tore von Amdouni, Rieder, Okafor, Shaqiri, Steffen und Zeqiri. Diese Breite ist ein Luxus, den nicht viele Nationalmannschaften besitzen. Wenn Embolo nicht trifft, trifft Ndoye. Wenn beide nicht treffen, schlägt Vargas zu. Der Gegner kann sich nicht auf einen Spieler konzentrieren.

Defensiv kassierten die Schweizer nur fünf Gegentore in der gesamten Qualifikation. Zum Vergleich: Deutschland kassierte acht, Frankreich sieben. Die Kompaktheit der Schweizer Defensive basiert auf klaren Zuständigkeiten und einem Torwart in Yann Sommer, der trotz seiner 37 Jahre zu den zuverlässigsten Europas gehört. Seine Reflexe und sein Stellungsspiel kompensieren, was ihm an Reichweite fehlen mag. Das Verhältnis von Expected Goals Against zu tatsächlichen Gegentoren war in der Qualifikation deutlich positiv – die Schweizer liessen weniger Tore zu als statistisch zu erwarten war.

Besonders das Heimspiel gegen Belgien im Oktober 2025 zeigte das Selbstverständnis der Mannschaft. Die Schweiz spielte gegen den vermeintlichen Gruppenfavoriten nicht defensiv, sondern presste hoch, zwang die Belgier zu Fehlern und gewann verdient 2:1. An diesem Abend im Stade de Genève wurde klar: Diese Generation will mehr als nur dabei sein.

Der Schweizer Kader: Schlüsselspieler im Fokus

Ein Kader ist mehr als eine Liste von Namen – er ist ein Gleichgewicht zwischen Erfahrung und Hunger, zwischen Stabilität und Kreativität. Die Schweiz bringt zur WM 2026 eine Mischung, die in den letzten Turnieren gereift ist. Das Rückgrat der Mannschaft steht seit Jahren, gleichzeitig drängen junge Spieler nach vorne. Diese Mischung hat in der Qualifikation funktioniert, und sie kann bei einem Turnier den Unterschied machen.

Yakins 26-Mann-Kader wird keine grossen Überraschungen enthalten. Die Hierarchie ist klar, die Positionen sind besetzt. Spannend wird die Frage nach dem letzten Drittel – welche jungen Spieler schaffen den Sprung, welche erfahrenen Kräfte fallen weg? Ricardo Rodriguez, mittlerweile 33, könnte seinen Platz an jüngere Konkurrenten verlieren. Xherdan Shaqiri, 34, muss zeigen, dass er noch Turnierfussball spielen kann.

Granit Xhaka – Herz des Mittelfelds

133 Länderspiele, Kapitän seit Jahren, die Verkörperung der Schweizer Fussballidentität. Xhaka hat sich in Leverkusen unter Xabi Alonso noch einmal weiterentwickelt – vom kämpferischen Sechser zum orchestrierenden Spielmacher. Seine Passquote von über 92 Prozent in der Bundesliga-Saison 2025/26 spricht für sich. Doch Statistiken erzählen nur die halbe Geschichte.

Was Xhaka der Nati gibt, geht über Pässe hinaus. Er ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz, derjenige, der in kritischen Momenten die Ruhe bewahrt und Struktur ins Spiel bringt. Bei der EM 2024 war er in jedem der fünf Schweizer Spiele der Spieler mit den meisten Ballkontakten. Gegen Italien im Achtelfinale – ein 2:0-Sieg – dirigierte er das Mittelfeld so souverän, dass die Azzurri nie ins Spiel fanden.

Seine Entwicklung in Leverkusen verdient besondere Erwähnung. Unter Xabi Alonso hat Xhaka gelernt, tiefer zu stehen, mehr Spielaufbau zu übernehmen, weniger zu kämpfen und mehr zu denken. Diese Transformation zeigt sich auch in der Nationalmannschaft. Früher war Xhaka derjenige, der Zweikämpfe suchte und manchmal übermotiviert wirkte. Heute ist er der ruhende Pol, der das Spiel liest und lenkt.

Mit 34 Jahren bei Turnierbeginn ist die WM 2026 möglicherweise sein letztes grosses Turnier. Diese Dringlichkeit kann beflügeln. Spieler wie Modric, Ronaldo oder Messi haben gezeigt, dass die späten Turnierjahre oft die besten sind – wenn die Erfahrung die nachlassende Athletik kompensiert.

Manuel Akanji – Defensive Säule

Bei Manchester City gehört Akanji zu den besten Innenverteidigern der Premier League. Seine Ruhe am Ball, sein Timing im Zweikampf, seine Fähigkeit, das Spiel von hinten zu eröffnen – all das macht ihn zum Anker der Schweizer Defensive. In der Qualifikation absolvierte er alle zehn Spiele über die volle Distanz, ein Zeichen für seine physische Robustheit und seine Unverzichtbarkeit im System.

Akanji ist 30 Jahre alt, im besten Verteidigeralter. Die Erfahrung aus über 100 Champions-League-Spielen mit Dortmund und City prägt sein Auftreten. Er organisiert die Viererkette, kommuniziert ständig, korrigiert Positionsfehler der Nebenleute bevor sie zu Problemen werden. Neben ihm hat sich Nico Elvedi als verlässlicher Partner etabliert – zwei Schweizer Innenverteidiger, die in den stärksten Ligen Europas Stammspieler sind.

Ndoye, Embolo und die Offensive

Dan Ndoye hat sich in den letzten zwei Jahren zum gefährlichsten Schweizer Offensivspieler entwickelt. Seine Schnelligkeit über die Flügel, seine Dribblings, seine Direktheit – er verkörpert eine neue Generation Schweizer Angreifer. Bei Bologna wurde er zum Publikumsliebling, bei der Nati zum unverzichtbaren Element. In der Qualifikation bereitete er fünf Tore vor und traf zweimal selbst. Was ihn besonders macht: seine Unberechenbarkeit. Ndoye kann links spielen, rechts, im Zentrum hinter der Spitze. Gegner wissen nie genau, wo er auftauchen wird.

Breel Embolo bringt eine andere Qualität: physische Präsenz, Kopfballstärke, die Fähigkeit, Bälle zu behaupten und Mitspieler einzusetzen. Nach seiner schweren Kreuzbandverletzung 2023 hat er in Monaco wieder zu alter Stärke gefunden. Seine 15 Tore in der Ligue 1 Saison 2025/26 bestätigen: Embolo ist zurück. Seine Physis macht ihn für Verteidiger unangenehm – er kann Bälle mit dem Rücken zum Tor verarbeiten, abschirmen, Zeit gewinnen, bis die Mitspieler nachrücken.

Die Kombination Ndoye-Embolo funktioniert auch deshalb so gut, weil sie sich ergänzen statt sich zu ähneln. Ndoye zieht Verteidiger mit seinem Tempo aus der Position, Embolo füllt die entstehenden Räume. Umgekehrt bindet Embolo Innenverteidiger, während Ndoye in den Rücken der Abwehr startet. Diese Symbiose ist für gegnerische Defensiven schwer zu kontrollieren.

Noah Okafor vom AC Milan, Zeki Amdouni von Benfica, Ruben Vargas aus Augsburg – die Offensive der Schweiz bietet Optionen für verschiedene Spielsysteme. Yakin kann auf Tempo setzen oder auf Physis, auf Breite oder auf Zentrumsspiel. Diese taktische Flexibilität ist ein Vorteil in einem Turnier, in dem man sich schnell auf unterschiedliche Gegner einstellen muss. Okafor bringt Technik und Torgefahr von der Ersatzbank, Amdouni kann als falsche Neun spielen, Vargas ist für späte Joker-Einsätze prädestiniert.

Die grosse Frage bleibt die Nummer zehn. Xherdan Shaqiri, einst das kreative Herz der Mannschaft, ist 34 und nicht mehr Stammspieler bei Chicago Fire. Ob Yakin ihm einen Kaderplatz gibt, ist offen. Die Alternative wäre, diese Rolle komplett abzuschaffen und stattdessen auf ein funktionales Mittelfeld zu setzen – eine Entscheidung, die den Charakter der Mannschaft prägen würde.

Gruppe B: Kanada, Katar, Bosnien – die Gegner

Die Auslosung hätte schlechter ausfallen können. Keine Todesgruppe, kein unschlagbarer Gegner – aber auch keine Selbstläufer. Jede dieser drei Mannschaften hat Qualitäten, die respektiert werden müssen. Wer die Schweiz unterschätzt, wer hier leichtfertig ans Werk geht, kann böse erwachen.

Kanada tritt als Co-Gastgeber mit dem Rückenwind von Millionen heimischen Fans an. Alphonso Davies von Bayern München ist der prominenteste Name, doch das kanadische Team hat mehr zu bieten. Jonathan David, Torjäger bei Lille, hat in der Saison 2025/26 erneut über 20 Ligatore erzielt. Tajon Buchanan bringt Tempo über die Flügel, Cyle Larin Erfahrung aus Spanien. Die Kanadier haben bei der WM 2022 in Katar zwar alle drei Gruppenspiele verloren, aber sie haben seitdem einen Entwicklungssprung gemacht. Die CONCACAF-Qualifikation gewannen sie souverän, das Selbstvertrauen ist gewachsen. Spielen sie in Vancouver gegen die Schweiz, werden 50.000 Fans hinter ihnen stehen.

Was Kanada besonders gefährlich macht: die Geschwindigkeit in der Umschaltbewegung. Davies und Buchanan sind zwei der schnellsten Flügelspieler im Weltfussball. Wenn die Schweiz zu hoch steht und den Ball verliert, kann es innerhalb von Sekunden gefährlich werden. Yakin wird sein Pressing anpassen müssen – weniger aggressiv, mehr kontrolliert. Das widerspricht eigentlich dem Schweizer Stil, aber gegen diese Konterqualität ist Vorsicht geboten.

Katar, Gastgeber der WM 2022, erlebte damals ein Debakel – drei Spiele, null Punkte, 1:7 Tore. Doch das war ein Team im Umbau, überfordert vom Druck des eigenen Turniers. Seitdem hat die katarische Mannschaft Konstanz gefunden, gewann die Asienmeisterschaft 2024 und qualifizierte sich diesmal sportlich für die WM. Akram Afif, Almoez Ali und Trainer Félix Sánchez haben ein System etabliert, das technisch versiert und taktisch diszipliniert ist.

Die Katarer spielen einen Ballbesitzfussball, der für asiatische Verhältnisse untypisch ist. Kurze Pässe, enge Räume, geduldiger Aufbau – das erinnert an spanische Jugendakademien, und das ist kein Zufall. Félix Sánchez kommt aus dem Barcelona-System, er hat diese Spielweise in Doha implementiert. Gegen solche Teams braucht die Schweiz Geduld. Katar wird nicht hoch pressen, wird die Schweiz kommen lassen, wird auf Fehler warten. Die Schweiz muss das Spiel machen, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Bosnien-Herzegowina bringt die Erfahrung einer Mannschaft, die bei der WM 2014 in Brasilien dabei war und seitdem um die grossen Turniere kämpft. Edin Dzeko, mittlerweile 40 Jahre alt, könnte sein letztes Turnier spielen. Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart, Rade Krunic aus der Serie A, Ivan Perisic mit seiner Erfahrung aus Inter, Bayern und Tottenham – die Bosnier haben individuelle Klasse, die an guten Tagen jeden Gegner in Verlegenheit bringen kann.

Die Gefahr bei Bosnien liegt in ihrer Unberechenbarkeit. Sie können brillant spielen und katastrophal spielen, manchmal im selben Spiel. Wenn Dzeko und Demirovic harmonieren, sind sie für jede Abwehr ein Problem. Wenn das Mittelfeld den Rhythmus findet, kann Bosnien gegen jeden bestehen. Aber diese Konstanz fehlt – in der Qualifikation wechselten sich Glanztaten mit Aussetzern ab. Für die Schweiz bedeutet das: Keine Sekunde nachlassen, auch nicht bei Führung.

Die drei Gruppenspiele: Orte und Zeiten

Für Fans in Liechtenstein und der Schweiz bedeutet das Turnier in Nordamerika vor allem eines: späte Anstosszeiten. Die sechs Stunden Zeitverschiebung zur Ostküste der USA machen aus Nachmittagsspielen Abendspiele und aus Abendspielen Nachtspiele.

Das erste Spiel der Schweiz findet am 13. Juni 2026 statt: Katar gegen Schweiz im Levi’s Stadium in San Francisco. Anstoss 15:00 Uhr Ortszeit, also 21:00 Uhr MESZ. Ein Abendspiel für europäische Verhältnisse, perfekt für Public Viewings und volle Beizen. San Francisco bietet angenehme Temperaturen im Juni, um die 20 Grad – ideale Bedingungen für intensiven Fussball.

Fünf Tage später, am 18. Juni, trifft die Schweiz im SoFi Stadium in Los Angeles auf Bosnien-Herzegowina. Wieder 15:00 Uhr Ortszeit, 21:00 Uhr MESZ. Los Angeles im Juni kann wärmer sein, um die 25 Grad, aber das vollklimatisierte SoFi Stadium neutralisiert diesen Faktor. 70.000 Zuschauer Kapazität, eines der modernsten Stadien der Welt.

Das letzte Gruppenspiel am 24. Juni führt die Schweiz nach Vancouver: Schweiz gegen Kanada im BC Place. Dieser Ort hat es in sich. Vancouver liegt in der pazifischen Zeitzone, drei Stunden hinter der Ostküste. 15:00 Uhr Ortszeit bedeutet 24:00 Uhr MESZ – Mitternacht. Für Fans in Europa ein echtes Nachtspiel, aber vielleicht das wichtigste der Gruppenphase. Gegen den Co-Gastgeber vor dessen eigenem Publikum – das wird atmosphärisch ein Erlebnis.

Realistische Einschätzung: Wie weit kann es gehen?

Die Schweiz hat bei den letzten vier grossen Turnieren das Achtelfinale erreicht: WM 2018, EM 2020, WM 2022, EM 2024. Bei der EM 2020 scheiterte sie dort im Elfmeterschiessen an Spanien, bei der WM 2022 verlor sie deutlich gegen Portugal. Bei der EM 2024 gelang ein überzeugender 2:0-Sieg gegen Italien – der erste Schweizer Sieg in einem K.-o.-Spiel eines grossen Turniers seit 2006.

Dieses Muster zeigt: Die Schweiz gehört zu den Teams, die regelmässig die Gruppenphase überstehen, aber im Achtelfinale an ihre Grenzen stossen. Das 48-Team-Format der WM 2026 ändert die Rechnung allerdings. Aus den 12 Gruppen qualifizieren sich die beiden Erstplatzierten plus die acht besten Drittplatzierten für die K.-o.-Runde. Das bedeutet: Schon mit zwei Siegen und einem Remis ist der Einzug in die Runde der 32 praktisch sicher.

Für die Schweiz liegt das realistische Ziel im Viertelfinale. Der Weg dorthin führt über einen wahrscheinlichen Sieg in der Gruppe (Position 1 oder 2), ein Achtelfinale gegen einen der Gruppendritten, und dann ein Viertelfinale gegen einen Gruppenersten oder -zweiten aus einem anderen Pool. Ein potenzieller Gegner im Viertelfinale könnte Argentinien sein – der Titelverteidiger aus der nahen Gruppe J.

Die Defensive der Schweiz ist stark genug für jedes Viertelfinale der Welt. Die Frage ist, ob die Offensive gegen die absolute Weltspitze genügend Durchschlagskraft entwickelt. Bei der EM 2024 gelangen gegen Deutschland zwei Tore, gegen Italien zwei Tore – aber auch ein torloses 0:0 in einem wichtigen Gruppenspiel. Gegen Teams wie Frankreich, England oder Brasilien braucht es mehr als eine solide Defensive.

Aktuelle Wettquoten für die Schweiz

Bei den Buchmachern rangiert die Schweiz unter den ersten 15 bis 20 Mannschaften für den Gesamtsieg – keine Topfavoritin, aber auch kein Aussenseiter. Die Quote für einen Schweizer Weltmeistertitel liegt typischerweise zwischen 40.00 und 50.00, je nach Anbieter. Das entspricht einer implizierten Wahrscheinlichkeit von etwa 2 bis 2.5 Prozent.

Interessanter sind die Quoten für den Gruppensieg. Die Schweiz wird bei den meisten Anbietern als Favoritin auf Platz 1 oder 2 in Gruppe B geführt, knapp vor Kanada. Eine Quote von etwa 1.50 für „Schweiz qualifiziert sich für die K.-o.-Runde“ zeigt, wie sicher der Markt diese Einschätzung sieht. Gruppensieger Schweiz liegt bei etwa 2.20, Gruppenzweiter bei etwa 1.80.

Die einzelnen Gruppenspiele bieten differenziertere Möglichkeiten. Im Eröffnungsspiel gegen Katar wird die Schweiz als klare Favoritin gehandelt, mit Quoten um 1.60 für einen Schweizer Sieg. Gegen Bosnien-Herzegowina liegen die Quoten ähnlich, vielleicht leicht höher bei 1.70. Das Spiel gegen Kanada ist am engsten – hier könnte ein Schweizer Sieg bei 2.40 bis 2.60 liegen, was die Heimstärke der Kanadier einpreist.

Für Value-Sucher: Die Quote für „Schweiz erreicht das Viertelfinale“ liegt oft bei etwa 3.00 bis 3.50. Angesichts der Auslosung und der Form der Mannschaft ist das eine Quote, die Potenzial hat. Wenn die Schweiz Gruppe B gewinnt, trifft sie in der Runde der 32 auf einen Gruppendritten – ein schlagbarer Gegner in den meisten Szenarien.

Wett-Tipps: Wo liegt der Value?

Nach neun Jahren im Wettgeschäft erkenne ich Value nicht an den offensichtlichen Stellen. Die Schweiz als Gruppensieger zu 2.20? Solide, aber kein Value im eigentlichen Sinn. Der Markt hat recht. Interessanter wird es bei den Nebenmärkten.

Erstes Gruppenspiel Katar – Schweiz: Hier gefällt mir „Schweiz gewinnt zu null“ als Option. Katar hat in der Qualifikation gegen starke asiatische Teams Tore kassiert, die Schweizer Defensive ist die stabilste der Gruppe. Eine Quote von etwa 2.50 für einen Schweizer Sieg ohne Gegentor hat mehr Value als die einfache Siegwette.

Über das gesamte Turnier gesehen ist der Markt „Schweiz erzielt mehr als 5.5 Tore in der Gruppenphase“ spannend. In der Qualifikation traf die Nati 18-mal in zehn Spielen, also 1.8 Tore pro Spiel. Gegen Katar, Bosnien und Kanada sind sechs oder mehr Tore realistisch, besonders wenn man bedenkt, dass Embolo, Ndoye und Amdouni alle in guter Form sind.

Ein weiterer interessanter Markt: „Schweizer Spieler unter den Top-10-Torschützen des Turniers“. Breel Embolo hat bei Turnieren regelmässig getroffen – zwei Tore bei der WM 2022, drei bei der EM 2020. Bei einem tiefen Lauf bis ins Viertelfinale könnte er auf fünf oder sechs Turniertore kommen. Die Quote für Embolo als Schweizer Torschützenkönig liegt bei etwa 3.00 – wer auf ihn als Top-Torschützen der Nati setzt und die Schweiz weit kommt, kann profitieren.

Worauf ich nicht setzen würde: Handicap-Wetten auf einzelne Schweizer Spiele. Yakin-Teams spielen kontrolliert, sie suchen nicht das hohe Risiko. Ein 1:0 gegen Katar ist wahrscheinlicher als ein 3:0, selbst wenn die Mannschaft überlegen ist. Die Schweiz gewinnt Spiele, sie dominiert sie selten.

Die Schweiz bei Weltmeisterschaften: Rückblick

Elf WM-Teilnahmen hat die Schweiz in ihrer Geschichte, die erste 1934 in Italien, die jüngste 2022 in Katar. Dazwischen liegen Höhen und Tiefen, unvergessene Momente und bittere Niederlagen. Diese Geschichte prägt die Erwartungen an die WM 2026 – nicht überschwänglich, aber auch nicht pessimistisch.

Der grösste Erfolg bleibt das Viertelfinale 1954 im eigenen Land. Die Schweiz besiegte Italien 4:1 – ein Ergebnis, das heute noch zitiert wird, wenn es um Schweizer Fussballwunder geht. Im Viertelfinale verlor man gegen Österreich 5:7 in einem der torreichsten WM-Spiele aller Zeiten. Sieben Tore kassiert, aber auch fünf selbst geschossen – ein anderer Schweizer Fussball, offensiv, risikofreudig, für heutige Verhältnisse fast unvorstellbar. Dieses Turnier auf eigenem Boden bleibt der Massstab für alle, die von einem tiefen WM-Lauf träumen.

Nach 1966 folgte eine lange Durststrecke. 28 Jahre lang verpasste die Schweiz jede WM, von 1970 bis 1990. Erst 1994 in den USA kehrte die Nati auf die grosse Bühne zurück. Seitdem ist die Schweiz eine Konstante – sechs der letzten acht Weltmeisterschaften wurden erreicht, verpasst wurden nur 1998 und 2002. Diese Konstanz ist in Europa keine Selbstverständlichkeit. Länder wie die Niederlande, Italien oder Schweden haben in diesem Zeitraum WM-Teilnahmen verpasst – die Schweiz nicht.

Die WM 2006 in Deutschland brachte einen besonderen Moment: Das Achtelfinalspiel gegen die Ukraine ging ins Elfmeterschiessen. Die Schweiz verschoss alle drei Elfmeter und schied aus, ohne in 120 Minuten ein Gegentor kassiert zu haben. Diese Mischung aus defensiver Stärke und fehlender Coolness in entscheidenden Momenten zog sich durch die Schweizer WM-Geschichte. Es ist eine Eigenschaft, die erst bei der EM 2024 gegen Italien durchbrochen wurde.

2018 in Russland erreichte die Schweiz das Achtelfinale und verlor 0:1 gegen Schweden. 2022 in Katar ebenfalls Achtelfinale, diesmal ein klares 1:6 gegen Portugal. Die Statistik zeigt: Gruppenphase überstehen – ja. K.-o.-Runden gewinnen – das bleibt die Herausforderung. Der 2:0-Sieg gegen Italien bei der EM 2024 war ein Durchbruch, ein Befreiungsschlag nach Jahren der Achtelfinal-Niederlagen. Kann die WM 2026 den nächsten Schritt bringen? Die Vorzeichen stehen besser als je zuvor.

Optimismus mit Bodenhaftung

Die Nati fährt mit einem der ausgewogensten Kader ihrer Geschichte nach Nordamerika. Erfahrung durch Xhaka, Sommer und Rodriguez, defensive Klasse durch Akanji und Elvedi, offensive Dynamik durch Ndoye und Embolo. Der Trainer hat die Qualifikation souverän gemeistert und ein System etabliert, das gegen verschiedene Spielweisen funktioniert. Diese Mannschaft hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.

Gruppe B ist schaffbar. Kanada hat Heimvorteil, aber die individuelle Klasse der Schweizer sollte den Unterschied machen. Gegen Katar und Bosnien sind die Schweizer Favoriten, auch wenn beide Gegner nicht unterschätzt werden dürfen. Ein Gruppensieg ist möglich, Platz zwei das Minimum. Alles andere wäre eine Enttäuschung, die schwer zu erklären wäre.

Im K.-o.-Bereich wird es schwieriger. Das 48-Team-Format bringt eine zusätzliche K.-o.-Runde, was für Teams mit Turniernerven ein Vorteil sein kann. Die Schweiz hat bewiesen, dass sie grosse Nationen ärgern kann – das 1:1 gegen Deutschland bei der EM 2024, der 2:0-Sieg gegen Italien. Aber gegen Mannschaften wie Argentinien oder Frankreich braucht es mehr als Disziplin. Es braucht den perfekten Tag, das Quäntchen Glück, den Moment, in dem alles zusammenkommt.

Für Wetten empfehle ich einen gestaffelten Ansatz: die Gruppenqualifikation als Basis, den Gruppensieg als mittleres Ziel, das Viertelfinale als ambitioniertes aber realistisches Ziel. Der Weltmeistertitel? Die Quote von 45.00 sagt alles – möglich, aber unwahrscheinlich. Manchmal passieren im Fussball allerdings Dinge, die unwahrscheinlich sind. Und dann ist es umso schöner, dabei gewesen zu sein. Für Fans in Liechtenstein und der Schweiz beginnt im Juni 2026 ein Abenteuer, das man nicht verpassen sollte.

Wann spielt die Schweiz bei der WM 2026?

Die Schweiz bestreitet drei Gruppenspiele: am 13. Juni gegen Katar in San Francisco (21:00 MESZ), am 18. Juni gegen Bosnien-Herzegowina in Los Angeles (21:00 MESZ) und am 24. Juni gegen Kanada in Vancouver (Mitternacht MESZ).

In welcher Gruppe ist die Schweiz bei der WM 2026?

Die Schweiz spielt in Gruppe B zusammen mit Kanada, Katar und Bosnien-Herzegowina. Die Gruppe gilt als machbar, mit der Schweiz und Kanada als Favoriten auf die Achtelfinalplätze.

Wie stehen die Wettquoten für die Schweiz bei der WM 2026?

Die Schweiz wird bei den Buchmachern als Gruppenfavoritin geführt. Der Gruppensieg wird mit etwa 2.20 quotiert, das Erreichen des Viertelfinals mit etwa 3.00 bis 3.50. Ein Schweizer Weltmeistertitel liegt bei Quoten um 45.00.

Wer sind die wichtigsten Spieler der Schweiz bei der WM 2026?

Kapitän Granit Xhaka führt das Mittelfeld, Manuel Akanji organisiert die Defensive, Dan Ndoye und Breel Embolo sorgen für Torgefahr. Torwart Yann Sommer bringt trotz seiner 37 Jahre Weltklasse-Niveau mit.