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Sportvorhersagen
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Zwölf Gruppen, 48 Teams, eine Frage: Wer kommt weiter? Die Gruppenauslosung der WM 2026 hat Konstellationen geschaffen, die von „vorhersehbar“ bis „explosiv“ reichen. Gastgeber gegen Aussenseiter, Titelverteidiger gegen Debütanten, Nachbarschaftsduelle und historische Rivalitäten – alles ist dabei.
In diesem Guide analysiere ich jede Gruppe einzeln: die Teams, die Dynamiken, die Wettchancen. Besonderer Fokus liegt auf Gruppe B – der Gruppe der Schweiz – aber alle zwölf Gruppen verdienen Aufmerksamkeit. Das neue Format mit 24 Achtelfinalisten (die zwei besten jeder Gruppe plus die acht besten Drittplatzierten) verändert die Mathematik: Ein Unentschieden reicht oft fürs Weiterkommen. Die Gruppenphase wird taktischer als je zuvor.
Was erwartet dich in diesem Artikel? Zunächst erkläre ich den Gruppenmodus mit seinen Besonderheiten. Dann analysiere ich jede Gruppe von A bis L – mit Prognosen, Wetttipps und Einschätzungen zur Wahrscheinlichkeit des Weiterkommens. Am Ende fasse ich die „Todesgruppen“ zusammen und gebe einen Ausblick auf die Szenarien fürs Achtelfinale. Los geht’s.
Gruppenmodus: 12 Gruppen mit je 4 Teams
Bevor wir in die einzelnen Gruppen eintauchen, ein kurzer Blick auf die Mechanik. Jede Gruppe besteht aus vier Teams. Jedes Team spielt gegen jedes andere – drei Spiele pro Mannschaft, sechs Spiele pro Gruppe, 72 Gruppenspiele insgesamt. Die Gruppenphase dauert vom 11. Juni bis zum 2. Juli 2026.
Die Punktevergabe ist klassisch: drei Punkte für einen Sieg, ein Punkt für ein Unentschieden, null für eine Niederlage. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die Tordifferenz, dann die Anzahl der erzielten Tore, dann der direkte Vergleich. Bei weiterhin Gleichstand greifen Fair-Play-Wertung (weniger gelbe und rote Karten) und schliesslich das Los.
Die Besonderheit 2026: Die besten acht Drittplatzierten qualifizieren sich ebenfalls fürs Achtelfinale. Das bedeutet: Ein Team kann theoretisch mit drei Punkten (einem Sieg) weiterkommen. In der Praxis werden vier Punkte (ein Sieg, ein Unentschieden) fast immer reichen. Sechs Punkte garantieren das Achtelfinale – mathematisch gesehen kann ein Team mit sechs Punkten nicht schlechter als Dritter sein.
Diese Regelung verändert die Taktik fundamental. Favoriten, die nach zwei Spielen sicher qualifiziert sind, werden im dritten Spiel rotieren – das eröffnet Chancen für Aussenseiter, die noch kämpfen. Aussenseiter, die nach zwei Niederlagen noch theoretische Chancen haben, kämpfen bis zum Schluss. Die dritte Gruppenpartie wird volatiler – und für Wetter interessanter.
Die Achtelfinale-Paarungen werden durch die Gruppenplatzierungen bestimmt. Gruppensieger treffen auf Drittplatzierte oder Zweite aus anderen Gruppen. Die genaue Konstellation hängt davon ab, welche Dritten sich qualifizieren – ein komplexes System, das strategische Überlegungen ermöglicht. Manchmal ist Platz zwei attraktiver als Platz eins, weil der Achtelfinalgegner schwächer ist. Teams wie Argentinien oder Frankreich könnten bewusst Zweiter werden wollen, um einem schweren Achtelfinalgegner auszuweichen.
Gruppe A: Mexiko, Südkorea, Südafrika, Tschechien
Das Eröffnungsspiel findet in dieser Gruppe statt: Mexiko gegen Südafrika am 11. Juni im Estadio Azteca. Ein emotionaler Start für El Tri, aber auch ein Risiko – die ganze Welt schaut zu, und Mexiko steht unter enormem Druck.
Mexiko ist der klare Favorit. Co-Gastgeber, Heimvorteil in Mexiko-Stadt, hungrig nach dem „Quinto Partido“ – dem fünften Spiel, also dem Viertelfinale, das Mexiko seit 1986 nicht mehr erreicht hat. Die Quote auf den Gruppensieg liegt bei etwa 1.60. Das ist tief, aber Mexikos Stärke in Heimspielen ist unbestritten.
Südkorea ist der stärkste Herausforderer. Die Taegeuk Warriors haben WM-Erfahrung, eine solide Liga, und mit Son Heung-min einen Weltklassespieler. Die Quote auf Platz zwei liegt bei etwa 2.20. Realistisch ist ein Kampf mit Mexiko um den Gruppensieg, während Südafrika und Tschechien um Platz drei ringen.
Südafrika kehrt nach 2010 auf die WM-Bühne zurück. Bafana Bafana haben sich überraschend stark qualifiziert und bringen Selbstvertrauen mit. Die Mannschaft ist jung, schnell, taktisch flexibel. Ein Sieg gegen Tschechien ist realistisch, eine Überraschung gegen Südkorea möglich.
Tschechien hat sich über die Playoffs qualifiziert und geht als Aussenseiter ins Turnier. Die tschechische Liga ist solide, aber nicht erstklassig. In der Qualifikation fehlte die Konstanz. Für Wetter interessant: Tschechien spielt oft defensiv kompakt und kann Spiele eng halten. Under-Wetten bei tschechischen Spielen könnten Value bieten.
Prognose: Mexiko Erster, Südkorea Zweiter, Südafrika Dritter mit Chancen aufs Achtelfinale als bester Dritter. Tschechien wird kämpfen, aber wahrscheinlich ohne Punkte nach Hause fahren.
Wetttipps Gruppe A: Mexiko vs. Südafrika Under 2.5 Tore – das Eröffnungsspiel ist oft nervös und torarm. Südkorea qualifiziert sich bei Quote um 1.40 – sehr wahrscheinlich, aber sicher.
Gruppe B: Kanada, Schweiz, Katar, Bosnien

Die Gruppe der Nati – und damit die wichtigste Gruppe für uns. Die Schweiz trifft auf Co-Gastgeber Kanada, den ehemaligen WM-Gastgeber Katar und das europäische Bosnien-Herzegowina. Eine machbare Gruppe mit klaren Hierarchien.
Kanada hat den Heimvorteil. Alphonso Davies ist einer der besten Linksverteidiger der Welt, Jonathan David trifft regelmässig in der Ligue 1. Die Kanadier haben sich dramatisch entwickelt und gehen als Favorit auf den Gruppensieg ins Turnier. Die Quote liegt bei etwa 2.10 – attraktiv für eine Mannschaft mit Heimunterstützung.
Die Schweiz ist der erfahrenste Turnierpartizipant in dieser Gruppe. Granit Xhaka orchestriert das Mittelfeld, Manuel Akanji stabilisiert die Defensive, und die Offensive hat mit Breel Embolo, Dan Ndoye und Ruben Vargas Optionen. Die Nati hat bei den letzten vier grossen Turnieren mindestens das Achtelfinale erreicht – diese Konstanz ist kein Zufall.
Die Quote auf die Schweiz als Gruppensieger liegt bei etwa 3.20 – das bietet Value, wenn man glaubt, dass die Nati Kanada schlagen kann. Das direkte Duell am 24. Juni in Vancouver wird entscheiden, wer die Gruppe gewinnt. Ein Unentschieden würde wahrscheinlich für Kanada reichen, da sie ihre anderen Spiele gewinnen sollten.
Katar hat als WM-Gastgeber 2022 drei Spiele verloren und ein Tor erzielt. Das Team hat sich seitdem stabilisiert, aber die Qualität bleibt limitiert. Gegen die Schweiz und Kanada sind Niederlagen wahrscheinlich. Die Frage ist, ob Katar gegen Bosnien punkten kann.
Bosnien-Herzegowina ist der Aussenseiter mit Potential. Edin Džeko und Miralem Pjanić sind älter geworden, aber ihre Klasse bleibt. Die Qualifikation war holprig, aber Bosnien hat gezeigt, dass es gegen jeden Gegner mithalten kann. Ein Sieg gegen Katar ist Pflicht, ein Unentschieden gegen die Schweiz oder Kanada wäre ein Bonus.
Spielplan der Schweiz:
13. Juni: Katar vs. Schweiz – Levi’s Stadium, San Francisco – 21:00 CEST
18. Juni: Schweiz vs. Bosnien – SoFi Stadium, Los Angeles – 21:00 CEST
24. Juni: Schweiz vs. Kanada – BC Place, Vancouver – 21:00 CEST
Prognose: Kanada und Schweiz qualifizieren sich. Der Gruppensieg wird im direkten Duell entschieden. Katar wird Vierter, Bosnien Dritter ohne Chance aufs Weiterkommen.
Wetttipps für Gruppe B: Schweiz Gruppensieg bei 3.20 hat Value. Die Nati ist erfahrener als Kanada und kann das entscheidende Spiel gewinnen. Under 2.5 Tore bei Schweiz vs. Katar – beide Teams spielen kontrolliert, wenige Tore wahrscheinlich.
Gruppe C: Brasilien, Marokko, Schottland, Haiti
Eine Gruppe mit einem Schwergewicht und drei Teams, die um die Reste kämpfen. Brasilien ist haushoher Favorit, Marokko der logische Zweite, Schottland und Haiti teilen sich die Aussenseiterrolle.
Brasilien bei Quote 1.25 auf den Gruppensieg ist uninteressant für Wetter. Die Seleção wird diese Gruppe dominieren – die Frage ist nur, mit welchem Torverhältnis. Vinicius Junior, Rodrygo, Endrick bilden einen Angriff, der jede Defensive vor Probleme stellt. Im Mittelfeld kontrollieren Bruno Guimarães und Lucas Paquetá das Geschehen. Die Defensive um Marquinhos und Éder Militão hat Weltklasseniveau. Brasilien sollte neun Punkte holen und mit grosser Tordifferenz als Gruppensieger durchmarschieren.
Marokko ist der spannende Faktor. Die Löwen vom Atlas haben 2022 das Halbfinale erreicht und wollen beweisen, dass das kein Eintagserfolg war. Gegen Brasilien wird es schwer, aber ein Unentschieden ist möglich – Marokko hat gezeigt, dass sie gegen Topteams bestehen können. Der defensive Block um Achraf Hakimi und Romain Saïss ist schwer zu überwinden. Hakim Ziyech orchestriert die Offensive mit seiner unberechenbaren linken Fusstechnik. Gegen Schottland und Haiti muss Marokko gewinnen – und wird es wahrscheinlich.
Schottland kämpft in einer schwierigen Konstellation. Die Bravehearts haben sich zweimal in Folge für grosse Turniere qualifiziert, aber die Ergebnisse waren ernüchternd: EM 2024 ohne Punkte ausgeschieden. Steve Clarke hat ein System etabliert, das auf Kompaktheit und Konter setzt – gegen stärkere Gegner funktioniert das, gegen gleichstarke weniger. Andy Robertson ist der Star, aber um ihn herum fehlt internationale Klasse. Gegen Brasilien und Marokko sind Niederlagen wahrscheinlich. Das Spiel gegen Haiti entscheidet, ob Schottland mit Anstand ausscheidet oder ob es noch Hoffnung auf Platz drei gibt.
Haiti ist der Debütant mit der geringsten Erfahrung. Die karibische Nation hat sich über die CONCACAF Nations League qualifiziert und geht ohne Illusionen ins Turnier. Der Kader besteht aus Spielern in MLS, französischer Ligue 2 und karibischen Ligen – keine internationalen Stars, aber Spieler mit Herz. Haiti wird gegen Brasilien und Marokko verlieren, aber gegen Schottland ist alles offen. Ein Unentschieden würde bereits Geschichte schreiben. Jeder Punkt wäre ein Erfolg, der das Land vereint.
Prognose: Brasilien souverän Erster, Marokko Zweiter, Schottland Dritter mit minimalen Chancen auf Weiterkommen als bester Dritter, Haiti Vierter.
Wetttipps Gruppe C: Marokko Unentschieden gegen Brasilien bei Quote um 4.50 – hat Value, wenn Marokko sein WM-2022-Level erreicht. Haiti +2 Handicap gegen Schottland bei etwa 2.00 – Haiti hat nichts zu verlieren und wird kämpfen.
Gruppe D: USA, Australien, Paraguay, Türkei
Die Gruppe des Hauptgastgebers. Die USA spielen unter enormem Erwartungsdruck – alles andere als das Achtelfinale wäre eine Katastrophe. Die Frage ist nicht ob, sondern wie dominant.
Die USA sind Favorit, aber nicht so klar wie Brasilien in Gruppe C. Die USMNT hat Qualität: Christian Pulisic orchestriert den Angriff, Weston McKennie kontrolliert das Mittelfeld, Giovanni Reyna kann Spiele alleine entscheiden, Timothy Weah bringt Tempo und Torgefahr. Aber auch Inkonstanz. In der CONCACAF-Qualifikation gab es Wackler gegen vermeintlich schwächere Gegner – Costa Rica und Panama haben Punkte gestohlen. Der Heimvorteil wiegt schwer – 11 von 16 Stadien stehen in den USA, und die Atmosphäre wird elektrisierend sein.
Australien ist der erfahrenste Gegner. Die Socceroos haben sich routiniert qualifiziert und bringen eine Mischung aus Routiniers und Talenten mit. Mathew Leckie, Jackson Irvine und Aaron Mooy kennen das WM-Gefühl. In der AFC hat Australien Japan und Saudi-Arabien geschlagen – das sind keine Zufallsergebnisse. Die taktische Flexibilität unter Graham Arnold macht Australien schwer auszurechnen. Gegen die USA wird es ein taktisches Duell, kein offener Schlagabtausch.
Paraguay ist der südamerikanische Aussenseiter. Die Guaraníes haben sich über das Playoff qualifiziert und gehen ohne grosse Erwartungen ins Turnier. Die goldene Generation um Roque Santa Cruz ist lange vorbei, der Neuaufbau stockt. In der CONMEBOL-Qualifikation war Paraguay das schwächste qualifizierte Team – weniger Punkte, schlechtere Tordifferenz als alle anderen. Gegen die USA wird es schwer, gegen die Türkei ein offenes Spiel, gegen Australien ein Kampf ums Überleben.
Die Türkei ist mein Geheimtipp für diese Gruppe. Arda Güler bei Real Madrid und Kenan Yıldız bei Juventus sind zwei der aufregendsten Talente des Weltfussballs. Die Türkei spielt befreit, ohne Erwartungsdruck, mit der Energie einer jungen Mannschaft, die nichts zu verlieren hat. Bei der EM 2024 hat die Türkei gezeigt, dass sie gegen jeden Gegner mithalten kann. Ein Sieg gegen Paraguay ist realistisch, ein Unentschieden gegen Australien möglich, eine Überraschung gegen die USA nicht ausgeschlossen.
Prognose: USA Erster, aber nicht souverän. Australien oder Türkei Zweiter – diese Gruppe ist offener, als die Quoten suggerieren. Paraguay wird kämpfen, aber wahrscheinlich Vierter werden.
Wetttipps Gruppe D: Türkei qualifiziert sich (top 2 oder bester Dritter) bei Quote um 3.50 – hat Value. Under 2.5 Tore bei USA vs. Australien – beide Teams spielen kontrolliert, wenige Tore wahrscheinlich.
Gruppe E: Deutschland, Curaçao, Elfenbeinküste, Ecuador
Deutschland in einer Gruppe mit dem WM-Debütanten Curaçao – das klingt nach klarer Sache. Ist es auch, aber nicht so klar, wie manche denken. Die Elfenbeinküste und Ecuador sind ernstzunehmende Gegner.
Deutschland ist Favorit und wird die Gruppe gewinnen. Nach der Heim-EM 2024 ist Die Mannschaft zurück in der Weltspitze. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind die aufregendsten Offensivspieler des europäischen Fussballs, Kai Havertz hat sich zum Torjäger entwickelt, Leroy Sané bringt Tempo und Unberechenbarkeit. Im Mittelfeld kontrollieren Joshua Kimmich und Toni Kroos (falls er seinen Rücktritt vom Rücktritt fortsetzt) das Spiel. Die Defensive um Antonio Rüdiger und Jonathan Tah hat internationales Niveau. Die Quote auf den Gruppensieg bei 1.30 ist tief, aber korrekt.
Elfenbeinküste als Afrikameister 2024 ist der stärkste Herausforderer. Die Elefanten haben ihr Heimturnier gewonnen und gehen mit Selbstvertrauen in die WM. Nicolas Pépé, Sébastien Haller, Simon Adingra bilden einen gefährlichen Angriff. Im Mittelfeld orchestriert Franck Kessié das Geschehen. Die Defensive ist solide, nicht spektakulär. Gegen Deutschland wird es schwer – das taktische Gefälle ist zu gross. Aber gegen Ecuador sollte die Elfenbeinküste gewinnen, und gegen Curaçao sowieso.
Ecuador bringt südamerikanische Qualität mit. La Tri hat bei der WM 2022 bewiesen, dass sie mithalten können – Gruppenplatz zwei, ungeschlagen in der Gruppenphase, ausgeschieden gegen den späteren Halbfinalisten Senegal. Moisés Caicedo von Chelsea ist einer der besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt. Enner Valencia führt den Angriff mit der Erfahrung von drei WM-Teilnahmen. Gegen Deutschland chancenlos, gegen Elfenbeinküste kompetitiv, gegen Curaçao sollte ein klarer Sieg her.
Curaçao schreibt Geschichte – unabhängig vom Ergebnis. Die Karibikinsel mit 150’000 Einwohnern ist bei einer WM dabei. Der Kader profitiert von Spielern mit niederländischen Wurzeln, die zwischen Oranje und Curaçao wählen mussten. Gegen Deutschland werden zweistellige Tore möglich sein – das sollte niemanden überraschen und wird niemanden demütigen. Curaçao ist hier, um dabei zu sein, nicht um zu gewinnen.
Prognose: Deutschland Erster mit mindestens sieben Punkten, Elfenbeinküste Zweiter, Ecuador Dritter mit Chancen aufs Achtelfinale als bester Dritter, Curaçao Vierter.
Wetttipps Gruppe E: Deutschland -3 Handicap gegen Curaçao bei Quote um 2.00 – Deutschland wird haushoch gewinnen. Elfenbeinküste vs. Ecuador Under 2.5 Tore bei etwa 1.80 – beide Teams spielen diszipliniert, wenige Tore wahrscheinlich.
Gruppe F: Niederlande, Japan, Schweden, Tunesien
Eine der ausgeglichensten Gruppen des Turniers. Vier Teams mit unterschiedlichen Stilen, alle mit WM-Erfahrung, alle mit realistischen Chancen aufs Achtelfinale.
Die Niederlande sind Favorit, aber nicht dominant. Oranje hat seit 2010 kein grosses Turnier mehr gewonnen und die Erwartungen sind gedämpft. Die Mannschaft hat Qualität: Virgil van Dijk ist einer der besten Innenverteidiger der Welt, Frenkie de Jong kontrolliert das Mittelfeld mit seiner eleganten Spielweise, Cody Gakpo bringt Torgefahr aus der Offensive. Aber auch Inkonstanz – die Niederlande können gegen jeden Gegner brillieren und gegen jeden Gegner wackeln. Das macht Wetten auf Oranje unberechenbar.
Japan ist der gefährlichste Aussenseiter. Die Samurai Blue haben bei der WM 2022 Deutschland und Spanien in der Gruppenphase geschlagen – das war kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger taktischer Entwicklung. Hajime Moriyasu hat ein System etabliert, das europäischen Fussball mit japanischer Disziplin kombiniert. Takefusa Kubo bei Real Sociedad, Kaoru Mitoma bei Brighton, Takehiro Tomiyasu bei Arsenal – die Namen sind in Europa etabliert und respektiert. Japan kann diese Gruppe gewinnen. Die Quote auf japanischen Gruppensieg bei 5.50 bietet Value.
Schweden ist nach Jahren der Krise zurück. Die Skandinavier haben sich über die Playoffs qualifiziert und bringen eine junge Mannschaft mit, die die Ära nach Ibrahimović endlich hinter sich lässt. Alexander Isak bei Newcastle ist der neue Star, Viktor Gyökeres bei Sporting Lissabon trifft regelmässig. Die Defensive um Victor Lindelöf ist solide. Gegen die Niederlande und Japan wird es schwer, aber Platz drei ist realistisch. Ein Weiterkommen als bester Dritter wäre ein Erfolg.
Tunesien komplettiert die Gruppe. Die Adler von Karthago haben WM-Erfahrung – 2022 haben sie gegen Dänemark und Frankreich unentschieden gespielt. Hannibal Mejbri von Manchester United führt das Mittelfeld, Wahbi Khazri bringt Erfahrung in der Offensive. Tunesien spielt oft defensiv kompakt und kann Spiele eng halten. Gegen Japan und die Niederlande sind Punkte möglich – kein Team wird Tunesien unterschätzen.
Prognose: Niederlande und Japan qualifizieren sich. Die Reihenfolge ist offen – Japan könnte Erster werden. Schweden Dritter mit Aussenseiterchancen, Tunesien Vierter.
Wetttipps Gruppe F: Japan Gruppensieg bei Quote 5.50 – hat Value für Risikofreudige. Under 2.5 Tore bei Niederlande vs. Tunesien – Tunesien wird tief stehen.
Gruppen G bis L: Kurzübersicht

Gruppe G: Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland. Belgiens goldene Generation im letzten Tanz. Kevin De Bruyne bei 35 Jahren, Romelu Lukaku bei 33, Thibaut Courtois im Tor – wenn sie fit sind, gewinnt Belgien die Gruppe souverän. Aber die Formkurve zeigt nach unten, und jüngere Teams riechen Blut. Ägypten mit Mohamed Salah kämpft um Platz zwei – Salah ist nach wie vor einer der besten Spieler der Welt und kann Spiele alleine entscheiden. Iran hat Aussenseiterqualität und wird gegen jeden Gegner kämpfen. Neuseeland wird die Punkte teuer verkaufen.
Gruppe H: Spanien, Uruguay, Saudi-Arabien, Kapverden. Spanien als EM-Sieger 2024 ist haushoher Favorit. Lamine Yamal, Pedri, Gavi, Rodri – Spanien hat die beste Jugend und die beste Kontrolle des Weltfussballs. Uruguay mit Federico Valverde und Darwin Núñez holt Platz zwei – La Celeste hat die physische Stärke und mentale Härte, die WM-Spiele entscheidet. Saudi-Arabien will die Argentinien-Sensation von 2022 wiederholen – unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Kapverden feiert die historische Teilnahme und wird jede Sekunde geniessen.
Gruppe I: Frankreich, Senegal, Irak, Norwegen. Frankreich dominiert diese Gruppe mit Abstand. Kylian Mbappé gegen jeden Gegner dieser Gruppe ist schlicht unfair – der schnellste und gefährlichste Stürmer der Welt gegen Teams, die nicht die Defensive haben, um ihn zu stoppen. Senegal und Norwegen kämpfen um Platz zwei – Erling Haaland gegen Afrikas Löwen wird eines der interessantesten Duelle der Gruppenphase. Haaland hat auf Klubebene alles gewonnen, aber international fehlen ihm noch die grossen Momente. Dies könnte seine WM werden. Irak ist der Aussenseiter und wird gegen Frankreich hoffnungslos unterlegen sein.
Gruppe J: Argentinien, Algerien, Österreich, Jordanien. Der Weltmeister in einer machbaren Gruppe. Argentinien wird souverän Erster – ob mit oder ohne Messi, die Albiceleste hat das beste Kollektiv Südamerikas. Österreich und Algerien kämpfen um Platz zwei – ein spannendes Duell für uns als Nachbarn Liechtensteins. Das ÖFB-Team hat mit David Alaba und Marko Arnautović erfahrene Führungsspieler, Algerien kontert mit Riyad Mahrez und einer jungen hungrigen Mannschaft. Jordanien feiert seine WM-Premiere und wird kämpfen, ohne grosse Erwartungen.
Gruppe K: Portugal, DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien. Portugal gegen Kolumbien ist das Highlight dieser Gruppe – zwei Teams mit Titelqualität, von denen eines früh nach Hause fahren könnte. Portugal hat das Talent (Bruno Fernandes, Bernardo Silva, Rafael Leão), Kolumbien die Emotionalität (Luis Díaz, James Rodríguez, Jhon Durán). Das direkte Duell wird entscheiden, wer Erster wird und wer bangen muss. DR Kongo kann überraschen – afrikanische Teams haben bei den letzten WMs regelmässig für Schlagzeilen gesorgt. Usbekistan debütiert mit Ambitionen und könnte Punkte stehlen.
Gruppe L: England, Kroatien, Panama, Ghana. Die Todesgruppe des Turniers. England gegen den Vizeweltmeister 2018 und Dritten 2022 – das sind frühe K.-o.-Spiele in der Gruppenphase. England steht unter dem Druck von 60 Jahren ohne Titel, Kroatien hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Luka Modrić bei fast 41 Jahren in seinem letzten grossen Turnier gegen Jude Bellingham bei 23 in seinem zweiten – ein Generationenduell. Panama und Ghana werden Zuschauer sein, aber auch sie können Punkte stehlen, wenn die Grossen wackeln.
Die Todesgruppen dieser WM
Bei 12 Gruppen und 48 Teams gibt es weniger klassische „Todesgruppen“ als bei kleineren Turnieren. Die Qualität verteilt sich breiter. Trotzdem stechen einige Gruppen heraus.
Gruppe L ist die offensichtlichste Todesgruppe. England und Kroatien in einer Gruppe – das sind zwei Teams, die bei den letzten drei WMs zusammen ein Finale und zwei Halbfinals erreicht haben. England hat das Talent, Kroatien die Mentalität. Das direkte Duell wird entscheiden, wer souverän weiterkommt und wer bangen muss. Eines dieser beiden Teams wird möglicherweise kämpfen müssen, um das Achtelfinale zu erreichen. Für Wetter ist das Spiel England vs. Kroatien eines der attraktivsten der Gruppenphase – hohe Spannung, unberechenbares Ergebnis, attraktive Quoten auf das Unentschieden.
Gruppe K hat ähnliches Potential. Portugal und Kolumbien sind beide Achtelfinalkandidaten in jeder anderen Gruppe. Hier muss eines der Teams von Anfang an liefern – und das andere bangen. Das direkte Duell wird früh stattfinden, und der Verlierer steht unter enormem Druck. Dazu kommt DR Kongo, das afrikanische Überraschungsteam, das keinen Respekt vor grossen Namen hat. Wer hier Zweiter wird, hat einen schwierigen Weg vor sich.
Gruppe F ist die „versteckte“ Todesgruppe. Niederlande, Japan, Schweden, Tunesien – vier Teams, die alle das Achtelfinale erreichen können. Keines ist klarer Favorit, keines chancenlos. Jedes Spiel in dieser Gruppe hat Brisanz, jeder Punkt wird teuer erkauft. Die Niederlande sind Favorit, aber Japan hat sie bei der letzten WM bereits überrascht. Schweden kann gegen jeden gewinnen, Tunesien wird Spiele eng halten.
Was bedeutet „Todesgruppe“ für Wetter? Höhere Volatilität, mehr Überraschungen, bessere Quoten auf Aussenseiter. Die Favoriten in Todesgruppen haben tiefere Quoten auf den Gruppensieg als ihre wahre Wahrscheinlichkeit rechtfertigt – der Markt unterschätzt die Schwierigkeit, weil er historische Hierarchien überbewertet. Doppelte Chance oder Draw No Bet können hier Value bieten. Wetten auf das Unentschieden bei Topspielen (England vs. Kroatien, Portugal vs. Kolumbien, Niederlande vs. Japan) haben attraktive Quoten bei realistischer Wahrscheinlichkeit.
Ein taktischer Hinweis: In Todesgruppen rotieren Favoriten weniger im dritten Spiel. Wenn England nach zwei Spielen noch nicht sicher qualifiziert ist, wird Southgate seine beste Elf aufstellen. Das verändert die Dynamik der dritten Gruppenpartien – weniger Überraschungen, mehr Qualität auf dem Platz.
Wer kommt weiter? Szenarien
24 der 48 Teams qualifizieren sich fürs Achtelfinale: 12 Gruppensieger, 12 Zweite, und die 8 besten Drittplatzierten. Das bedeutet: Die Hälfte aller Teams kommt weiter. Die Gruppenphase wird weniger brutal als bei 32-Team-Turnieren – aber auch taktischer.
Für Gruppensieger ist der Weg klar: Drei Siege garantieren Platz eins. Sechs Punkte reichen fast immer, manchmal auch vier. Die Differenz zwischen erstem und zweitem Platz kann den Achtelfinalgegner bestimmen – manchmal ist Zweiter attraktiver, weil der Gegner schwächer ist. Teams, die früh qualifiziert sind, werden im dritten Spiel rotieren. Das schafft Möglichkeiten für Aussenseiter, die noch kämpfen.
Für Zweitplatzierte ist die Situation ähnlich komfortabel. Vier Punkte sollten reichen, sechs garantieren Platz zwei. Das direkte Duell mit dem Gruppenersten entscheidet oft. Ein wichtiger taktischer Aspekt: Wenn beide Teams bereits qualifiziert sind, kann das dritte Spiel ein „taktisches Unentschieden“ werden – beide schonen Kräfte für die K.-o.-Runde.
Für Drittplatzierte wird es komplizierter. Die acht besten Dritten qualifizieren sich – aber wer sind die „besten“? In erster Linie zählen Punkte, dann Tordifferenz, dann erzielte Tore. Drei Punkte (ein Sieg) können reichen, müssen aber nicht. Vier Punkte (ein Sieg, ein Unentschieden) sollten sicher sein. Bei der EM 2016 – dem letzten grossen Turnier mit diesem Modus – reichten vier Punkte für alle Dritten, drei Punkte waren Glückssache.
Meine Prognose für die Drittplatzierten, die weiterkommen: Aus den „leichten“ Gruppen (A, B, E, G, H) werden die Dritten wahrscheinlich wenige Punkte haben und ausscheiden. Aus den „schweren“ Gruppen (F, K, L) werden die Dritten mehr Punkte haben und weiterkommen. Das bedeutet: Schweden aus Gruppe F, Usbekistan oder DR Kongo aus Gruppe K, und Ghana oder Panama aus Gruppe L haben realistische Chancen – während Südafrika (A), Bosnien (B), Ecuador (E) kämpfen müssen.
Ein strategischer Hinweis für Wetter: Achte auf die Konstellation nach dem zweiten Spieltag. Wenn ein Drittplatzierter bereits vier Punkte hat (ein Sieg, ein Unentschieden), ist er praktisch qualifiziert. Das verändert die Dynamik des dritten Spiels – das Team kann befreit aufspielen, während der Gegner möglicherweise unter Druck steht. Manchmal liegt der beste Value nicht im Gruppensieg, sondern in der Frage „Kommt Team X weiter?“
Diese Prognosen sind spekulativ – zu viele Variablen, zu wenig Information vor Turnierbeginn. Aber sie zeigen die Komplexität des neuen Formats. Wetter sollten nicht nur auf Gruppensieger schauen, sondern auch die Drittplatzierten-Dynamik im Blick behalten. Das 48-Team-Format belohnt Teams, die konstant punkten – ein Sieg und zwei Unentschieden können reichen, drei knappe Niederlagen bedeuten das Aus.