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Sportvorhersagen
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Cristiano Ronaldo wird bei der WM 2026 41 Jahre alt sein. Ob er dabei sein wird, ist eine Frage, die ganz Portugal beschäftigt. Der Mann, der mehr Länderspieltore erzielt hat als jeder andere Spieler in der Geschichte, nähert sich dem Ende seiner Karriere. Aber das Ende wurde schon oft vorhergesagt – und Ronaldo hat immer überrascht. Ich beobachte seine Karriere seit zwei Jahrzehnten, und ich habe gelernt, ihn nie abzuschreiben.
Die WM 2022 in Katar war ein Wendepunkt. Ronaldo wurde im Viertelfinale gegen Marokko auf die Bank gesetzt, Portugal schied aus, und die Spannung zwischen dem Superstar und dem Trainer war offensichtlich. Seitdem hat Portugal eine neue Identität gefunden – eine Identität, die nicht mehr ausschliesslich auf Ronaldo aufgebaut ist. Das ist Fortschritt, auch wenn es schmerzhaft war.
Neue Ära: Wer übernimmt
Die Antwort auf die Ronaldo-Frage ist komplex. Einerseits hat Portugal Spieler, die bereit sind, die Führung zu übernehmen. Rafael Leão bei AC Milan ist einer der aufregendsten Flügelspieler Europas. Bruno Fernandes bei Manchester United ist ein Spielmacher mit Torriecher. Bernardo Silva bei Manchester City ist der technisch versierteste Spieler im Kader. Diese drei könnten das neue Gesicht Portugals sein.
Andererseits ist Ronaldos Schatten lang. Seine 130 Länderspieltore sind ein Rekord, der vielleicht nie gebrochen wird. Seine Präsenz im Kader – auch mit 41 Jahren – verändert die Dynamik. Junge Spieler schauen zu ihm auf, Gegner fürchten seinen Namen. Diese Aura ist nicht zu unterschätzen, auch wenn seine physische Präsenz nachlässt.
Die Entscheidung, ob Ronaldo zur WM 2026 fährt, liegt beim Trainer und bei Ronaldo selbst. Wenn er dabei ist, wird er eine Rolle spielen – aber wahrscheinlich nicht mehr als unumstrittener Stammstürmer. Wenn er nicht dabei ist, wird Portugal freier aufspielen können, aber auch einen Teil seiner Mystik verlieren. Es ist eine Entscheidung ohne richtige Antwort.
Was mich optimistisch stimmt: Portugal hat in den letzten Jahren gezeigt, dass es auch ohne Ronaldo funktioniert. Bei der EM 2024 war er nicht mehr der dominante Spieler, und Portugal kam trotzdem ins Viertelfinale. Die Mannschaft hat gelernt, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Das ist die Basis für eine erfolgreiche WM.
Die Qualifikation für die WM 2026 war souverän. Portugal gewann die Gruppe mit klarem Abstand, erzielte die meisten Tore, kassierte die wenigsten Gegentore. Was auffiel: Die Mannschaft spielte oft ohne Ronaldo – und funktionierte trotzdem. Der Trainer hat Alternativen gefunden, hat ein System entwickelt, das nicht mehr von einem einzelnen Spieler abhängig ist. Das ist Fortschritt.
Der Generationswechsel ist in vollem Gange. Spieler wie Leão, Vitinha und Gonçalo Ramos sind bereit, die Führung zu übernehmen. Sie haben bei ihren Vereinen bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau bestehen können. Bei der Nationalmannschaft müssen sie jetzt zeigen, dass sie auch bei grossen Turnieren liefern können. Die WM 2026 ist ihre Chance.
Der portugiesische Kader
Rafael Leão ist das grösste Talent dieser Generation. Seine Schnelligkeit ist brutal, seine Dribblings unberechenbar, seine Abschlüsse immer gefährlicher. Bei AC Milan ist er zum Weltklassespieler gereift, bei der Nationalmannschaft muss er noch konstanter werden. Wenn Leão bei der WM 2026 seine beste Form zeigt, ist er einer der gefährlichsten Spieler des Turniers.
Bruno Fernandes ist das Herz des Mittelfelds. Seine Pässe öffnen Räume, seine Freistösse sind gefährlich, seine Führungsqualitäten unbestritten. Bei Manchester United trägt er oft zu viel Verantwortung, bei der Nationalmannschaft kann er sich auf die Unterstützung anderer Weltklassespieler verlassen. Das befreit ihn – und macht ihn noch gefährlicher.
Bernardo Silva bei Manchester City ist der Spieler, der alles zusammenhält. Seine Ballsicherheit ist aussergewöhnlich, seine Arbeit gegen den Ball vorbildlich, seine Intelligenz auf dem Platz einzigartig. Silva ist kein Spieler, der Schlagzeilen macht – aber er ist der Spieler, ohne den Portugal nicht funktioniert.
Die Defensive ist die Stärke dieses Teams. Rúben Dias bei Manchester City ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. João Cancelo bringt Offensivqualität auf der Aussenposition. Diogo Costa im Tor hat sich als zuverlässiger Rückhalt etabliert. Diese Achse gibt Portugal die Stabilität, die bei grossen Turnieren entscheidend ist.
Die Kadertiefe ist beeindruckend. Vitinha bei Paris Saint-Germain kann im Mittelfeld einspringen, João Félix bringt Kreativität in der Offensive. Gonçalo Ramos ist der moderne Stürmer, der Ronaldo langfristig ersetzen könnte – bei PSG hat er sich als zuverlässiger Torjäger etabliert. Portugal hat auf jeder Position Alternativen – das ist ein Luxus, den nicht viele Mannschaften haben.
Ein unterschätzter Faktor ist die Erfahrung. Viele dieser Spieler haben Champions-League-Finals gespielt, haben Meisterschaften gewonnen, haben bei grossen Turnieren teilgenommen. Diese Erfahrung ist unbezahlbar – sie hilft in Momenten, wenn der Druck am grössten ist. Portugal hat eine gute Mischung aus Jugend und Erfahrung, und das ist der Schlüssel zu Turniererfolgen.
Die Frage des Trainers ist entscheidend. Wer auch immer das Team bei der WM 2026 führt, muss die Balance finden zwischen den Stars und dem Kollektiv. Portugal hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie als Team funktionieren können – der EM-Sieg 2016 war ein Triumph des Kollektivs, nicht einzelner Stars. Diese Mentalität muss auch bei der WM 2026 präsent sein.
Gruppe K: DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien
Die Auslosung hat Portugal eine interessante Gruppe beschert. Kolumbien ist der gefährlichste Gegner – eine Mannschaft mit Weltklassespielern wie Luis Díaz und James Rodriguez. DR Kongo bringt afrikanische Qualität, Usbekistan nimmt zum ersten Mal an einer WM teil. Portugal ist Favorit, aber der Gruppensieg ist nicht garantiert.
Kolumbien wird das entscheidende Spiel der Gruppe sein. Die Südamerikaner haben bei den letzten Copa-América-Turnieren gezeigt, dass sie Turnierqualität haben. Luis Díaz bei Liverpool ist einer der gefährlichsten Flügelspieler der Welt. Gegen Portugal wird es ein offenes Spiel – beide Teams wollen angreifen, beide haben die Qualität dafür.
DR Kongo ist eine Unbekannte. Die Mannschaft hat sich überraschend für die WM qualifiziert und bringt Spieler aus europäischen Topligen mit. Gegen Portugal werden sie versuchen, kompakt zu stehen und auf Konter zu lauern. Ein klarer portugiesischer Sieg ist zu erwarten, aber Vorsicht ist geboten.
Usbekistan ist der historische Debütant der Gruppe. Für die Spieler ist die WM-Teilnahme das Erlebnis ihres Lebens. Gegen Portugal fehlt die individuelle Qualität, um mitzuhalten. Ein Sieg mit mindestens drei Toren Differenz ist Pflicht – alles andere wäre eine Enttäuschung.
Für Wetten ist Gruppe K interessant wegen des Duells Portugal gegen Kolumbien. Die Quote für ein Unentschieden liegt bei etwa 3.60 – hoch, aber bei Kolumbiens Qualität nicht unrealistisch. Die Quote für Portugal gewinnt alle Gruppenspiele liegt bei etwa 2.50, was die Schwierigkeit der Gruppe widerspiegelt – Kolumbien ist kein einfacher Gegner.
Die Reihenfolge der Gruppenspiele ist wichtig. Wenn Portugal mit einem klaren Sieg gegen den schwächsten Gegner beginnt, kann das Selbstvertrauen schaffen. Ein Stolperer am Anfang würde Druck erzeugen. Der Spielplan wird zeigen, ob Portugal einen günstigen Weg durch die Gruppenphase hat.
Quoten für Portugal bei der WM 2026
Die Wettquoten für Portugal als Weltmeister 2026 liegen typischerweise zwischen 12.00 und 18.00. Das entspricht einer implizierten Wahrscheinlichkeit von etwa 6 bis 8 Prozent – ein starker Aussenseiter, aber kein Topfavorit. Der Markt sieht Portugal hinter Frankreich, Argentinien, England und Spanien, was angesichts der Kaderqualität vielleicht etwas konservativ ist.
Diese Quote bietet Value, wenn man an die Qualität des Kaders glaubt. Leão, Fernandes, Silva, Dias – das sind Spieler, die bei ihren Vereinen regelmässig Titel gewinnen. Die Frage ist, ob sie das auch bei der Nationalmannschaft können. Die EM 2016 zeigt, dass Portugal Turniere gewinnen kann – auch als Aussenseiter.
Der Gruppensieg ist mit Quoten um 1.70 interessant. Kolumbien könnte Punkte kosten, was die Quote erklärt. Die Quote für Portugal erreicht das Viertelfinale liegt bei etwa 1.60, was bei der Gruppenauslosung realistisch ist. Interessanter ist Portugal erreicht das Halbfinale zu einer Quote von etwa 2.80 – das ist Value, wenn der Weg günstig ist.
Ein spezieller Markt für Portugal-Kenner: Portugal erzielt in jedem Gruppenspiel. Mit der offensiven Qualität von Leão, Fernandes und Silva ist das realistisch. Die Quote liegt bei etwa 1.80 – ein solider Value-Bet für diejenigen, die an die portugiesische Offensive glauben. Die Defensive könnte Gegentore kassieren, aber die Offensive wird treffen.
Die Spielermärkte bieten Potenzial. Leão als portugiesischer Torschützenkönig wird mit Quoten um 3.50 gehandelt – attraktiv, wenn er in Form ist. Fernandes als bester Vorlagengeber des Turniers liegt bei etwa 8.00. Dias als bester Verteidiger ist eine interessante Alternative zu einer Quote von etwa 7.00.
Wett-Tipps für Portugal
Gruppenphase: Portugal wird die Gruppenphase überstehen, wahrscheinlich als Gruppenerster oder -zweiter. Die Quote für Portugal Gruppensieg liegt bei etwa 1.70 – sicher, aber nicht überragend. Eine interessantere Option ist Portugal schiesst in jedem Gruppenspiel mindestens 2 Tore zu einer Quote von etwa 2.10.
Turnierverlauf: Mein Tipp ist Portugal erreicht das Viertelfinale zu einer Quote von etwa 1.60. Der Weg dorthin ist machbar, die Qualität ist da. Das Halbfinale zu einer Quote von etwa 2.80 ist riskanter, aber bei einem guten Lauf realistisch. Der Gesamtsieg (15.00) ist nur für Optimisten.
Spielerwetten: Leão schiesst mehr als 2.5 Tore im Turnier ist meine Empfehlung zu einer Quote von etwa 2.50. Er wird die meisten Chancen bekommen, und seine Abschlussqualität hat sich verbessert. Alternativ: Fernandes erzielt mindestens 2 Tore aus Standards zu einer Quote von etwa 3.50.
Worauf ich nicht setzen würde: Portugal gewinnt alle Gruppenspiele zu null. Die Defensive ist gut, aber Kolumbien kann ein Tor erzielen. Die Quote von etwa 6.00 ist zu riskant für den erwarteten Return.
Viertelfinale als Minimum
Portugal hat bei den letzten vier grossen Turnieren das Viertelfinale erreicht – EM 2016 (Sieg), WM 2018 (Achtelfinale-Aus), EM 2020 (Achtelfinale-Aus), WM 2022 (Viertelfinale-Aus), EM 2024 (Viertelfinale-Aus). Die Tendenz ist klar: Portugal gehört zu den Top-8-Teams der Welt, aber der letzte Schritt fehlt oft.
Was für Portugal spricht: Die Kadertiefe ist grösser als je zuvor. Früher war Portugal Ronaldo plus zehn andere. Heute ist Portugal ein Team mit zehn Weltklassespielern und Ronaldo als Option. Diese Entwicklung ist gesund – sie macht die Mannschaft unberechenbarer und weniger abhängig von einzelnen Spielern.
Die portugiesische Liga hat sich verbessert, und damit auch die Nachwuchsarbeit. Spieler wie Vitinha und Gonçalo Ramos haben in Portugal ihre Ausbildung erhalten, bevor sie zu grossen Vereinen wechselten. Diese Kontinuität in der Spielerentwicklung zahlt sich aus – Portugal produziert regelmässig Weltklassespieler, die bei grossen Turnieren den Unterschied machen können.
Was gegen Portugal spricht: Die Turniermentalität ist fragil. Portugal hat die Tendenz, in K.-o.-Spielen nervös zu werden, entscheidende Momente zu verpassen, im Elfmeterschiessen zu scheitern. Bei der EM 2024 gegen Slowenien war das Elfmeterschiessen eine Qual – nur Diogo Costas Paraden retteten Portugal. Diese Schwäche ist psychologisch, nicht spielerisch – und sie ist schwer zu beheben.
Ein weiterer Punkt ist die Trainerfrage. Wer auch immer das Team bei der WM 2026 führt, muss mit dem Ronaldo-Erbe umgehen können. Das ist keine einfache Aufgabe – Ronaldos Ego ist gross, sein Einfluss noch grösser. Der Trainer muss die Balance finden zwischen Respekt für die Legende und dem Wohl der Mannschaft. Das ist eine politische Herausforderung, nicht nur eine sportliche.
Für Wetten ist Portugal eine interessante, aber riskante Option. Die Quote für das Viertelfinale (1.60) ist meine konservative Empfehlung. Die Quote für das Halbfinale (2.80) bietet mehr Value, aber auch mehr Risiko. Der Gesamtsieg ist unwahrscheinlich – aber die EM 2016 hat gezeigt, dass unwahrscheinlich nicht unmöglich ist.
Die WM 2026 wird zeigen, ob Portugal den nächsten Schritt machen kann. Die Qualität ist da, die Erfahrung auch. Was fehlt, ist die Überzeugung, dass sie wirklich gewinnen können. Wenn diese Überzeugung kommt, ist alles möglich. Wenn nicht, wird es wieder ein respektables Turnier mit einem schmerzhaften Aus in der K.-o.-Runde.
Der Vergleich zur EM 2016 ist interessant. Damals kam Portugal als Aussenseiter, gewann nur ein Spiel in der regulären Spielzeit der Gruppenphase, schleppte sich ins Finale – und gewann. Es war ein Turnier des Willens, nicht der Dominanz. Kann diese Generation das wiederholen? Sie hat das Talent dafür, mehr als die Generation von 2016. Aber Talent allein reicht nicht – es braucht auch Glück, Zusammenhalt und den Glauben an sich selbst.
Für portugiesische Fans ist die WM 2026 eine emotionale Angelegenheit. Es könnte Ronaldos letztes Turnier sein – oder das erste ohne ihn. In beiden Fällen ist es ein Wendepunkt, ein Übergang zu einer neuen Ära. Die Frage ist, ob diese neue Ära mit einem Triumph beginnt oder mit einer weiteren Enttäuschung. Die Antwort wird im Sommer 2026 gegeben.