Alle 48 WM-Teams 2026: Gruppen, Kader, Chancen

Collage internationaler Fussballspieler vor Weltkarte mit WM-Stadien

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48 Teams, 12 Gruppen, 6 Konföderationen – die WM 2026 ist ein Mammutprojekt. Als FIFA 2017 die Erweiterung von 32 auf 48 Mannschaften ankündigte, war die Kritik laut: Zu viele schwache Teams, zu viele bedeutungslose Spiele, Verwässerung des Turniers. Jetzt, neun Jahre später, sieht die Realität differenzierter aus.

Die Qualifikationsrunden haben gezeigt, dass das Niveau weltweit gestiegen ist. Curaçao schlägt Guatemala. Usbekistan dominiert seine asiatische Gruppe. Kapverden setzt sich gegen etablierte afrikanische Nationen durch. Die vermeintlichen Kanonenfutter-Teams sind keine Punktelieferanten mehr – sie sind hungrige Aussenseiter mit taktischem Plan und nichts zu verlieren.

In diesem Überblick nehme ich dich mit durch alle 48 WM-Teilnehmer 2026. Sortiert nach Konföderationen, analysiert nach Stärken und Schwächen, eingeordnet nach realistischen Chancen. Nicht jedes Team kann Weltmeister werden – aber jedes Team kann für Überraschungen sorgen. Und genau das macht dieses Turnier für Wetter interessant.

Die Titelfavoriten: Wer gewinnt die WM?

Wer ist Weltmeister, wenn das Finale am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium abgepfiffen wird? Die Buchmacher haben ihre Meinung, die Fans ihre Hoffnungen, und ich habe neun Jahre Erfahrung, um beides einzuordnen. Fangen wir bei den üblichen Verdächtigen an.

Frankreich steht bei den meisten Anbietern als Topfavorit. Die Quote bewegt sich um 5.00 – das entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 20%. Kylian Mbappé ist mittlerweile 27 Jahre alt, in seiner absoluten Primetime, umgeben von einer Generation, die bereits 2022 im Finale stand. Aurélien Tchouaméni, Eduardo Camavinga, William Saliba – Frankreich hat auf jeder Position zwei oder drei Weltklassespieler. Die Schwäche? Erwartungsdruck. Les Bleus haben seit 2018 immer mindestens das Halbfinale erreicht. Irgendwann reisst jede Serie.

England folgt knapp dahinter bei etwa 5.50. Die Three Lions waren bei der EM 2024 erneut im Finale, verloren erneut. Bellingham, Saka, Foden – das Talent ist unbestritten. Aber England hat ein psychologisches Problem mit Turnierdrucksituationen. Elfmeterschiessen ist Trauma, nicht Routine. Für Wetter interessant: Englands Quoten auf „Erreicht das Finale“ sind oft attraktiver als die Siegquoten.

Argentinien, der Titelverteidiger, notiert bei etwa 6.00. Die grosse Frage: Spielt Lionel Messi? Bei 38 Jahren ist nichts garantiert, aber Scaloni hat bereits angedeutet, dass Messi Teil des Kaders sein wird – in welcher Rolle auch immer. Ohne Messi bleibt Argentinien gefährlich: Julián Álvarez, Enzo Fernández, Alexis Mac Allister bilden ein Gerüst, das auch ohne den Capitán funktioniert. Die Verteidigung um Cuti Romero und Lisandro Martínez ist eine der besten der Welt.

Brasilien bei 7.00 ist der ewige Kandidat, der seit 2002 auf den sechsten Stern wartet. Die Seleção hat ihren Generationswechsel eingeleitet: Endrick, Vinicius Junior, Rodrygo bilden einen Angriff, der jede Abwehr vor Probleme stellt. Das Mittelfeld um Bruno Guimarães und Paquetá kontrolliert Spiele. Die Schwäche bleibt die Defensive – Brasilien kassiert zu viele Gegentore für ein Team mit Titelambitionen.

Deutschland bei 10.00 ist nach der Heim-EM 2024 zurück in der Weltspitze. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind die aufregendsten Offensivspieler Europas, Toni Kroos hat seinen Rücktritt vom Rücktritt zurückgenommen, und Julian Nagelsmann hat ein taktisches System etabliert, das sowohl dominieren als auch kontern kann. Die Tiefe des Kaders ist beeindruckend – Deutschland kann Verletzungen verkraften wie kaum ein anderes Team.

Spanien komplettiert den Kreis der Top-Favoriten bei etwa 8.00. Europameister 2024, angetrieben von Lamine Yamal und Pedri, gesteuert von Rodri. Spanien spielt den attraktivsten Fussball aller Favoriten – aber attraktiver Fussball gewinnt nicht automatisch Turniere. Die Defensive um Carvajal und Laporte ist solide, nicht spektakulär. In K.-o.-Spielen gegen physisch starke Gegner kann das zum Problem werden.

Wer fehlt in dieser Liste? Portugal mit Quote um 12.00 hat das Talent, aber nicht die Balance. Die Niederlande bei 15.00 fehlt ein echter Torjäger. Belgien bei 20.00 ist die letzte Chance einer goldenen Generation, die ihren Zenit überschritten hat. Diese Teams können Halbfinale erreichen, aber für den Titel fehlt jeweils ein Puzzleteil.

Geheimtipps und Überraschungsteams

Bei der WM 2022 schlug Saudi-Arabien Argentinien 2:1 in der Gruppenphase. Marokko erreichte das Halbfinale. Japan eliminierte Deutschland und Spanien in der Gruppenphase. Wer behauptet, Überraschungen bei Weltmeisterschaften seien selten, hat die letzten Turniere nicht gesehen.

Marokko bei etwa 35.00 ist der offensichtlichste Geheimfavorit. Die Löwen vom Atlas haben 2022 bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau mithalten können. Achraf Hakimi, Hakim Ziyech, Youssef En-Nesyri – der Kern ist intakt, und die Mannschaft hat jetzt die Erfahrung grosser Spiele. Marokko trifft in Gruppe C auf Brasilien, Schottland und Haiti. Das ist machbar. Ein Sieg gegen Brasilien, wie Saudi-Arabien gegen Argentinien? Nicht unmöglich.

Japan bei 40.00 wird systematisch unterschätzt. Die japanische Liga produziert mittlerweile Weltklassespieler: Mitoma bei Brighton, Kubo bei Real Sociedad, Doan bei Freiburg. Taktisch ist Japan eines der diszipliniertesten Teams der Welt – Pressing, Umschaltspiel, kompakte Defensive. In Gruppe F trifft Japan auf die Niederlande, Schweden und Tunesien. Platz zwei ist realistisch, Platz eins möglich.

Die Schweiz bei 50.00 verdient mehr Aufmerksamkeit, als die Quote suggeriert. Gruppe B mit Kanada, Katar und Bosnien ist machbar. Die Nati hat bei den letzten vier Turnieren konstant das Achtelfinale erreicht und zweimal auch das Viertelfinale. Granit Xhaka ist einer der besten Mittelfeldspieler Europas, Manuel Akanji gehört zur Elite der Innenverteidiger. Das Problem: Die Offensive ist unberechenbar. Breel Embolo, Dan Ndoye, Ruben Vargas – Talent vorhanden, Konstanz fraglich.

Uruguay bei 30.00 ist der Geheimtipp für Kenner. Federico Valverde, Darwin Núñez, Ronald Araújo – Uruguay hat eine neue Generation, die physisch und technisch überzeugt. In Gruppe H trifft Uruguay auf Spanien, was schwierig wird, aber auch auf Saudi-Arabien und Kapverden. Platz zwei sollte sicher sein. Im Achtelfinale dann? Alles ist möglich für ein Team, das nichts zu verlieren hat.

Kroatien bei 25.00 sollte eigentlich nicht mehr als Geheimtipp gelten. Vizeweltmeister 2018, Dritter 2022 – aber die Quoten behandeln Kroatien wie einen Aussenseiter. Luka Modrić wird bei der WM 2026 fast 41 Jahre alt sein. Kann er noch ein Turnier auf höchstem Niveau durchhalten? Wenn ja, ist Kroatien gefährlich für jeden Gegner. Wenn nein, fehlt der Taktgeber.

Kolumbien bei 45.00 hat das Potenzial, aber nicht die Konstanz. Luis Díaz, James Rodríguez, Jhon Durán – die Offensivqualität ist vorhanden. Doch Kolumbien schwankt zwischen brillanten Auftritten und unerklärlichen Einbrüchen. In Gruppe K trifft Kolumbien auf Portugal, DR Kongo und Usbekistan. Eine Überraschung ist möglich, aber nicht planbar.

Mein persönlicher Geheimtipp? Die Türkei bei 80.00. Arda Güler und Kenan Yıldız sind zwei der aufregendsten Talente des Weltfussballs, beide unter 21 Jahren. Die Türkei spielt befreit, hat nichts zu verlieren, und Trainer Vincenzo Montella hat ein taktisches System etabliert, das gegen grosse Gegner funktioniert. In Gruppe D trifft die Türkei auf die USA, Australien und Paraguay. Zwei der drei Gegner sind schlagbar. Eine Überraschung im Achtelfinale? Nicht ausgeschlossen.

UEFA: Die europäischen Teilnehmer

Europäische Nationalmannschaften bei der WM 2026

16 europäische Teams reisen nach Nordamerika – mehr als ein Drittel aller Teilnehmer. UEFA dominiert den Weltfussball numerisch und qualitativ. Sechs der acht Quoten-Favoriten kommen aus Europa. Aber nicht jedes europäische Team ist automatisch ein Titelanwärter.

Die Schwergewichte habe ich bereits analysiert: Frankreich, England, Deutschland, Spanien, Portugal, Niederlande, Belgien. Dazu kommt Italien, das sich nach dem WM-Desaster 2022 wieder qualifiziert hat – aber nicht für 2026. Die Azzurri fehlen erneut, was angesichts des Talentmangels auf Schlüsselpositionen wenig überrascht.

Die Schweiz führt die Gruppe der „soliden Europäer“ an. Dahinter folgen Kroatien mit seiner legendären Turniermentalität, Österreich mit dem ÖFB-Team um David Alaba und Marko Arnautović, sowie die skandinavischen Vertreter Schweden und Norwegen. Schweden hat sich nach Jahren der Tristesse stabilisiert, Norwegen bringt Erling Haaland mit – einen Spieler, der allein Spiele entscheiden kann.

Schottland qualifizierte sich zum zweiten Mal in Folge für eine WM-Endrunde. Die Erwartungen sind bescheiden, aber die Bravehearts haben unter Steve Clarke einen Stil entwickelt, der gegen stärkere Gegner funktioniert: tief stehen, kontern, Standardsituationen nutzen. In Gruppe C gegen Brasilien, Marokko und Haiti wird jeder Punkt ein Erfolg sein.

Bosnien-Herzegowina ist der letzte europäische Qualifikant, der Erwähnung verdient. Die goldene Generation um Džeko und Pjanić ist gealtert, aber nicht am Ende. In Gruppe B trifft Bosnien auf Kanada, die Schweiz und Katar. Das Viertelfinale wäre eine Sensation, das Achtelfinale eine realistische Maximalambition.

Tschechien komplettiert die europäische Delegation als Aussenseiter in Gruppe A. Die Tschechen haben sich über die Playoffs qualifiziert und werden gegen Mexiko, Südkorea und Südafrika um das Überleben kämpfen. Eine Überraschung ist möglich – Tschechien hat bei der EM 2020 gezeigt, dass das Team grosse Gegner ärgern kann.

Das europäische Niveau ist breiter als je zuvor. Selbst die vermeintlich schwächeren UEFA-Vertreter haben professionelle Strukturen, Spieler in Top-Ligen, taktische Pläne. Die Zeiten, in denen europäische Teams südamerikanische oder afrikanische Gegner automatisch schlagen, sind vorbei. Aber die Zeiten, in denen ein europäisches Team Weltmeister wird? Die sind gekommen, um zu bleiben.

CONMEBOL: Südamerika bei der WM

Sechs Teams aus Südamerika sind dabei – und jedes einzelne kann im Achtelfinale stehen. CONMEBOL-Qualifikation ist brutal: 18 Spiele gegen neun Gegner, jeder Punkt ein Kampf. Wer diese Qualifikation übersteht, ist abgehärtet.

Argentinien als Titelverteidiger führt die südamerikanische Armada an. Die Albiceleste hat die Qualifikation souverän gewonnen und geht als einer der Topfavoriten ins Turnier. Die Frage nach Messis Fitness ist das einzige Fragezeichen – und selbst ohne ihn bleibt Argentinien gefährlich.

Brasilien folgt mit der Hypothek, seit 2002 nicht mehr Weltmeister geworden zu sein. Die Seleção hat Talent im Überfluss, aber die Turniermentalität der vergangenen Jahre war wechselhaft. 2018 Viertelfinale, 2022 Viertelfinale – jeweils gegen europäische Gegner ausgeschieden. Für 2026 ist das Ziel klar: Mindestens das Halbfinale, idealerweise der sechste Stern.

Uruguay ist der unterschätzte Dritte. La Celeste hat ihre Qualifikationsgruppe hinter Argentinien beendet, aber mit einer Mannschaft, die jünger und hungriger wirkt als in den Vorjahren. Darwin Núñez bei Liverpool, Federico Valverde bei Real Madrid, Ronald Araújo bei Barcelona – Uruguay exportiert Weltklasse.

Kolumbien hat sich als Vierter qualifiziert, nach Jahren der Instabilität. Die Cafeteros hatten 2026-Qualifikation nicht mehr verpassen dürfen – nach dem verpassten WM 2022 war der Druck enorm. Luis Díaz wird der Schlüsselspieler sein, aber Kolumbien braucht mehr als einen Star, um zu überzeugen.

Ecuador ist der Aufsteiger der letzten Jahre. La Tri hat sich auf Platz fünf qualifiziert und bringt eine Generation mit, die bei der WM 2022 erste Erfahrungen gesammelt hat. Moisés Caicedo von Chelsea ist der prominenteste Name, aber die Stärke liegt im Kollektiv.

Paraguay komplettiert die CONMEBOL-Delegation auf Platz sechs. Die Guaraníes haben sich über das Interkontinentale Playoff qualifiziert und gehen ohne grosse Erwartungen ins Turnier. Ein Sieg in der Gruppenphase wäre bereits ein Erfolg.

Südamerika ist numerisch unterrepräsentiert – sechs von 48 Teams sind nur 12.5%. Aber qualitativ stellt CONMEBOL ein Drittel der Titelfavoriten. Das Gleichgewicht zwischen Quantität und Qualität macht die südamerikanischen Teams zu den gefährlichsten Aussenseitern im Turnier.

CONCACAF: Gastgeber und Nachbarn

Die WM 2026 ist eine nordamerikanische Angelegenheit – drei Gastgeberländer, acht CONCACAF-Qualifikanten, und ein Kontinent, der dem Fussball endlich die Bühne gibt, die er verdient. Die Frage ist nicht, ob die Region profitiert, sondern wie sehr.

Die USA sind das Herzstück des Turniers. Elf Stadien, 78 Spiele, der Heimvorteil in seiner reinsten Form. Die USMNT hat sich in den letzten Jahren entwickelt: Christian Pulisic ist ein etablierter Star in Europa, Weston McKennie ebenfalls, Gio Reyna hat sein Potenzial angedeutet. In Gruppe D gegen Australien, Paraguay und Türkei sollte das Achtelfinale Pflicht sein. Alles darüber hinaus wäre ein historischer Erfolg.

Mexiko trägt das Eröffnungsspiel im Estadio Azteca aus – eine Bühne, die mit Geschichte gesättigt ist. El Tri hat ein Problem: Die goldene Generation der 2010er Jahre ist vorbei, der Nachwuchs hat das Niveau nicht erreicht. Seit 1986 ist Mexiko nie über das Achtelfinale hinausgekommen – der „Quinto Partido“-Fluch. 2026 im eigenen Land muss dieser Fluch gebrochen werden. Die Erwartungen sind gigantisch, die Realität ernüchternd.

Kanada ist der Überraschungsaufsteiger der CONCACAF. Alphonso Davies von Bayern München ist einer der besten Linksverteidiger der Welt, Jonathan David trifft in der Ligue 1 regelmässig. In Gruppe B gegen die Schweiz, Katar und Bosnien hat Kanada realistische Chancen auf den Gruppensieg. Das wäre mehr, als jeder vor fünf Jahren erwartet hätte.

Panama hat sich als dritter zentralamerikanischer Vertreter qualifiziert. Die Canaleros haben 2018 ihre erste WM-Teilnahme gefeiert und 2026 die zweite gesichert. In Gruppe L gegen England, Kroatien und Ghana wird jeder Punkt ein Bonus sein.

Curaçao ist einer der vier WM-Debütanten und die grösste Überraschung der CONCACAF-Qualifikation. Der Karibikstaat mit 150’000 Einwohnern hat sich gegen Guatemala, Costa Rica und andere etablierte Teams durchgesetzt. In Gruppe E trifft Curaçao auf Deutschland, Elfenbeinküste und Ecuador. Drei Niederlagen sind wahrscheinlich – aber die Teilnahme allein ist bereits historisch.

Haiti komplettiert die karibische Delegation. Die Haitianer haben sich über die CONCACAF Nations League qualifiziert und gehen ohne Illusionen ins Turnier. Gruppe C mit Brasilien, Marokko und Schottland ist brutal – aber Haiti hat bereits bewiesen, dass kleine Nationen Grosses leisten können.

CONCACAF stellt acht Teams – mehr als je zuvor. Die Qualität ist gemischt, die Begeisterung einheitlich. Nordamerika wird 2026 Fussball atmen, und diese Energie wird sich auf die Spiele übertragen.

CAF: Afrikanische Vertreter

Neun afrikanische Teams reisen nach Nordamerika – ein Rekord für den Kontinent. Die WM 2026 ist die afrikanischste aller Zeiten, und das Potenzial für eine historische Überraschung war nie grösser. Marokkos Halbfinale 2022 hat gezeigt: Afrika kann auf höchstem Niveau mithalten.

Marokko ist der Hoffnungsträger eines ganzen Kontinents. Die Löwen vom Atlas haben in Katar Geschichte geschrieben und wollen in Nordamerika nachlegen. Der Kader ist weitgehend intakt: Achraf Hakimi verteidigt die rechte Seite, Hakim Ziyech orchestriert die Offensive, Walid Regragui hat ein taktisches System etabliert, das gegen jeden Gegner funktioniert. In Gruppe C ist Brasilien der Hauptgegner – aber Marokko hat keine Angst vor grossen Namen.

Elfenbeinküste, der Afrikameister 2024, bringt Frische mit. Die Elefanten haben ihr Heimturnier gewonnen und gehen mit Selbstvertrauen in die WM. In Gruppe E trifft die Elfenbeinküste auf Deutschland, Curaçao und Ecuador. Platz zwei ist realistisch, Platz eins eine Sensation.

Senegal bleibt trotz des Abgangs von Sadio Mané eine Macht. Die Löwen von Teranga haben genug Talent, um jeden Gegner zu gefährden: Édouard Mendy im Tor, Kalidou Koulibaly in der Abwehr, Ismaïla Sarr im Angriff. In Gruppe I gegen Frankreich, Irak und Norwegen wird der Kampf um Platz zwei intensiv.

Ägypten qualifiziert sich zum vierten Mal für eine WM-Endrunde. Mohamed Salah wird 34 sein, aber sein Einfluss auf das Spiel bleibt unverändert. In Gruppe G trifft Ägypten auf Belgien, Iran und Neuseeland. Das Achtelfinale ist das Mindestziel.

Nigeria fehlt überraschend. Die Super Eagles haben die Qualifikation verpasst und werden die WM 2026 von der Couch aus verfolgen. Dafür sind Algerien, Tunesien und Südafrika dabei – Teams mit unterschiedlichen Profilen, aber ähnlichen Ambitionen.

Algerien trifft in Gruppe J auf Argentinien, Österreich und Jordanien. Die Wüstenfüchse haben bei AFCON-Turnieren gezeigt, dass sie Turniere spielen können. Gegen den Weltmeister wird es schwer, aber Platz zwei ist nicht unmöglich.

Tunesien hat sich routiniert qualifiziert und geht in Gruppe F gegen die Niederlande, Japan und Schweden. Die Adler von Karthago sind defensiv stark, offensiv limitiert – ein klassisches Aussenseiter-Profil.

Südafrika kehrt nach 2010 auf die WM-Bühne zurück. Bafana Bafana hat eine junge Mannschaft, die in der CAF-Qualifikation überrascht hat. In Gruppe A gegen Mexiko, Südkorea und Tschechien ist alles möglich.

Kapverden ist der afrikanische Debütant – eine Inselgruppe mit 600’000 Einwohnern, die Fussball-Geschichte schreibt. In Gruppe H trifft Kapverden auf Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien. Jeder Punkt wird ein Geschenk sein.

DR Kongo und Ghana komplettieren die afrikanische Delegation. Beide Teams haben WM-Erfahrung und können für Überraschungen sorgen – wenn die Stars performen.

AFC: Asiens WM-Teams

Asiatische Nationalmannschaften bei der WM 2026

Acht asiatische Teams – doppelt so viele wie 2022. Die AFC hat von der Turniererweiterung massiv profitiert, und der Kontinent nutzt die Chance. Japan und Südkorea sind keine Aussenseiter mehr. Saudi-Arabien hat gegen Argentinien gewonnen. Asien ist angekommen.

Japan ist das stärkste asiatische Team und unter den Top 20 der Welt. Die Samurai Blue haben bei der WM 2022 Deutschland und Spanien in der Gruppenphase geschlagen – Ergebnisse, die kein Zufall waren. Trainer Hajime Moriyasu hat ein System etabliert, das europäischen Fussball mit japanischer Disziplin kombiniert. Takefusa Kubo, Kaoru Mitoma, Takehiro Tomiyasu – die Namen sind in Europa etabliert. In Gruppe F gegen die Niederlande, Schweden und Tunesien ist Japan ein Kandidat für Platz eins.

Südkorea folgt mit einer Mannschaft, die nach der Son Heung-min-Ära sucht. Son wird 34 sein und bleibt der wichtigste Spieler, aber die Belastung der letzten Jahre hat Spuren hinterlassen. In Gruppe A gegen Mexiko, Südafrika und Tschechien sollte das Achtelfinale machbar sein. Alles darüber hinaus hängt von Sons Fitness ab.

Saudi-Arabien hat 2022 Geschichte geschrieben und will 2026 nachlegen. Das Königreich hat massiv in den Fussball investiert: Die Saudi Pro League lockt Weltstars, die Infrastruktur wird ausgebaut, die Ambitionen sind grenzenlos. In Gruppe H trifft Saudi-Arabien auf Spanien, Uruguay und Kapverden. Eine Wiederholung des Argentinien-Coups? Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Australien ist geografisch Ozeanien, fussballerisch Asien. Die Socceroos haben sich routiniert qualifiziert und bringen eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten mit. In Gruppe D gegen die USA, Paraguay und Türkei wird das Achtelfinale schwer, aber nicht unerreichbar.

Iran ist der beständigste asiatische Qualifikant. Team Melli hat jede WM seit 1998 erreicht (ausser 2002 und 2006) und geht auch 2026 als AFC-Vertreter ins Turnier. In Gruppe G trifft Iran auf Belgien, Ägypten und Neuseeland. Der Kampf um Platz drei wird intensiv.

Katar kehrt als ehemaliger Gastgeber zurück – aber unter anderen Vorzeichen. 2022 im eigenen Land war die Bilanz ernüchternd: drei Spiele, null Punkte, ein Tor. 2026 in Nordamerika muss mehr kommen. In Gruppe B gegen Kanada, die Schweiz und Bosnien hat Katar eine realistische Chance auf Platz drei. Mehr wäre eine Überraschung.

Usbekistan und Jordanien sind die asiatischen Debütanten. Usbekistan hat seine Qualifikationsgruppe dominiert und bringt eine junge, hungrige Mannschaft mit. In Gruppe K gegen Portugal, DR Kongo und Kolumbien wird jeder Punkt wertvoll sein. Jordanien hat sich über die Playoffs qualifiziert und trifft in Gruppe J auf Argentinien, Algerien und Österreich. Die Nashama haben bei der Asienmeisterschaft 2024 das Finale erreicht – ein Zeichen, dass dieses Team überraschen kann.

Irak komplettiert die asiatische Delegation. Die Löwen von Mesopotamien haben sich nach langer Abwesenheit wieder qualifiziert und gehen mit bescheidenen Erwartungen ins Turnier. In Gruppe I gegen Frankreich, Senegal und Norwegen wird es schwer – aber Irak hat in der Vergangenheit gezeigt, dass Fussball mehr ist als Statistik.

OFC: Neuseelands Rückkehr

Ein Team, ein Kontinent, eine Mission. Neuseeland ist der einzige Vertreter der Oceania Football Confederation bei der WM 2026 – und das ist bereits ein Erfolg. Die All Whites haben sich über das Interkontinentale Playoff qualifiziert und kehren zum ersten Mal seit 2010 auf die WM-Bühne zurück.

Die neuseeländische Nationalmannschaft hat ein fundamentales Problem: fehlende Konkurrenz. Die OFC-Qualifikation gegen Fidschi, Papua-Neuguinea und Tahiti bietet keine Vorbereitung auf WM-Niveau. Jedes Freundschaftsspiel gegen europäische oder südamerikanische Teams ist wertvoller als ein Pflichtspiel in der Heimatregion.

Der Kader 2026 ist eine Mischung aus Routiniers und Hoffnungsträgern. Chris Wood, der Torjäger von Nottingham Forest, führt den Angriff. Winston Reid bringt Premier-League-Erfahrung in die Defensive. Dazu kommen junge Spieler, die in australischen und neuseeländischen Ligen ihre Erfahrungen sammeln.

In Gruppe G trifft Neuseeland auf Belgien, Ägypten und Iran. Das sind drei Teams, die auf dem Papier stärker sind. Aber Neuseeland hat einen Vorteil: Niemand erwartet etwas. Die All Whites können befreit aufspielen, ohne Druck, ohne Erwartungen. Bei der WM 2010 in Südafrika holte Neuseeland drei Unentschieden in drei Spielen – gegen die Slowakei, Italien und Paraguay. Ein Punkt gegen jeden Gegner. Das wäre auch 2026 ein respektables Ergebnis.

Für Wetter ist Neuseeland ein interessanter Markt. Die Quoten auf neuseeländische Siege sind hoch – oft über 10.00. Die Quoten auf Unentschieden sind attraktiver: zwischen 4.00 und 5.00 gegen die meisten Gegner. Wenn Neuseeland defensiv kompakt steht und auf Konter lauert, ist ein torloses Remis oder ein 1:1 immer möglich.

Die OFC bleibt die kleinste und schwächste Konföderation im Weltfussball. Aber Neuseeland zeigt, dass auch kleine Nationen grosse Träume haben können. Die WM 2026 ist eine Bühne – und die All Whites werden sie nutzen.

Die vier WM-Neulinge

Kapverden, Curaçao, Jordanien, Usbekistan – vier Namen, die vor zehn Jahren niemand mit einer Fussball-WM assoziiert hätte. Die Erweiterung auf 48 Teams hat Türen geöffnet, und diese vier Nationen haben sie durchschritten. Ihre Geschichten sind unterschiedlich, ihre Emotionen identisch: purer Stolz.

Kapverden ist vielleicht die romantischste Geschichte. Ein Archipel im Atlantik, 600’000 Einwohner, bekannt für Musik und Strände. Die Blauen Haie haben sich durch die CAF-Qualifikation gekämpft und dabei grössere Nationen hinter sich gelassen. Der Kader besteht aus Spielern in portugiesischen, französischen und belgischen Ligen – keine Superstars, aber Profis mit europäischer Erfahrung. In Gruppe H gegen Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien wird jedes Spiel ein Fest sein. Das Ergebnis ist zweitrangig – die Teilnahme ist der Triumph.

Curaçao schreibt eine ähnliche Geschichte aus der Karibik. 150’000 Einwohner, Teil des Königreichs der Niederlande, fussballerisch eigenständig. Die Mannschaft hat sich gegen Guatemala und andere zentralamerikanische Teams durchgesetzt – ein Erfolg, der vor einem Jahrzehnt undenkbar war. Der Kader profitiert von Spielern mit niederländischen Wurzeln, die zwischen Oranje und Curaçao wählen mussten. In Gruppe E gegen Deutschland, Elfenbeinküste und Ecuador wird die Realität brutal sein. Aber Curaçao hat bereits gewonnen, bevor das erste Spiel angepfiffen wird.

Jordanien ist der asiatische Debütant mit dem grössten Potenzial. Die Nashama haben bei der Asienmeisterschaft 2024 das Finale erreicht und gezeigt, dass sie auf kontinentaler Ebene konkurrenzfähig sind. Der jordanische Fussball hat in den letzten Jahren Strukturen aufgebaut, Akademien gegründet, in die Jugend investiert. In Gruppe J gegen Argentinien, Algerien und Österreich wird es schwer – aber Jordanien hat die Qualität, um Punkte zu holen. Ein Sieg gegen Österreich? Nicht ausgeschlossen.

Usbekistan ist der etablierteste der vier Debütanten. Die Weissen Wölfe haben ihre asiatische Qualifikationsgruppe dominiert und bringen eine Mannschaft mit, die taktisch diszipliniert und offensiv gefährlich ist. Die usbekische Liga produziert Talente, die in europäischen und arabischen Ligen spielen. In Gruppe K gegen Portugal, DR Kongo und Kolumbien ist Usbekistan nicht chancenlos. Ein Unentschieden gegen Kolumbien, ein Sieg gegen DR Kongo – das Achtelfinale wäre eine Sensation, aber keine Unmöglichkeit.

Was diese vier Teams verbindet: Sie spielen ohne Erwartungsdruck. Frankreich muss Weltmeister werden, England muss endlich liefern, Deutschland muss die EM-Form bestätigen. Kapverden, Curaçao, Jordanien und Usbekistan müssen gar nichts. Sie können nur gewinnen – in der Wahrnehmung, in der Erfahrung, in der Geschichte ihrer Nationen. Und genau das macht sie für Wetter interessant: Teams ohne Angst sind unberechenbar.

48 Teams, eine Bühne

Die WM 2026 wird das grösste Fussballturnier der Geschichte. 48 Teams, 104 Spiele, drei Gastgeberländer, 39 Tage Spektakel. Die Kritiker, die 2017 vor Verwässerung warnten, haben einen Punkt – aber sie übersehen auch etwas: Fussball ist globaler geworden. Die Unterschiede zwischen den Konföderationen schrumpfen. Curaçao schlägt Guatemala. Usbekistan dominiert Asien. Kapverden überrascht Afrika.

Für Wetter bedeutet diese Vielfalt mehr Möglichkeiten und mehr Risiken. 48 Teams sind schwieriger zu analysieren als 32. Gruppenkonstellationen sind weniger vorhersehbar. Der Weg ins Achtelfinale ist breiter – die besten acht Drittplatzierten qualifizieren sich ebenfalls. Das verändert die Dynamik der Gruppenphase: Weniger Teams spielen um nichts, mehr Teams kämpfen bis zum letzten Spieltag.

Meine Empfehlung für die WM 2026: Fokussiere dich auf Teams, die du kennst. Analysiere die Gruppen, in denen du Expertise hast. Wette nicht auf jedes Spiel, sondern auf die Spiele, bei denen du einen Informationsvorsprung hast. 104 Spiele sind eine Einladung zur Überforderung – nimm sie nicht an.

Die Favoriten bleiben Favoriten: Frankreich, England, Argentinien, Brasilien, Deutschland, Spanien. Die Geheimtipps lauern: Marokko, Japan, Uruguay, die Schweiz. Die Überraschungen werden kommen – von Teams, die heute niemand auf dem Schirm hat. Und genau das macht eine WM unvergesslich: die Momente, die niemand vorhersagen konnte.

Ich freue mich auf dieses Turnier. Als Analyst, als Wetter, als Fan. Die WM 2026 wird Geschichte schreiben – und wir dürfen dabei sein.

Welche Teams sind die grössten Favoriten bei der WM 2026?

Frankreich, England und Argentinien führen die Quotenlisten an, gefolgt von Brasilien, Deutschland und Spanien. Diese sechs Teams haben die höchste implizite Siegwahrscheinlichkeit laut Buchmachern – zusammen etwa 50-60% des gesamten Marktes.

Welche Teams nehmen zum ersten Mal an einer WM teil?

Vier Nationen feiern 2026 ihre WM-Premiere: Kapverden (Afrika), Curaçao (Karibik), Jordanien (Asien) und Usbekistan (Asien). Alle vier profitieren von der Turniererweiterung auf 48 Teams.

In welcher Gruppe spielt die Schweiz bei der WM 2026?

Die Schweiz wurde in Gruppe B gelost, zusammen mit Co-Gastgeber Kanada, Katar und Bosnien-Herzegowina. Die Nati gilt als Favorit auf Platz zwei hinter Kanada und sollte das Achtelfinale erreichen.

Wie viele europäische Teams nehmen an der WM 2026 teil?

UEFA stellt mit 16 Teams die grösste Delegation bei der WM 2026. Das entspricht einem Drittel aller Teilnehmer und unterstreicht die Dominanz des europäischen Fussballs auf globaler Ebene.